Finn. live

Support: Künnecke & Smukal

15.09.2003, 17:35, Text: Christian Steinbrink, Christian Steinbrink
[3 Kommentare]

14.9.03, Köln, Kulturbunker Mülheim. Der Kulturbunker Mülheim liegt nicht etwa an der Ruhr, sondern in dem fast gleichnamigen Stadtteil Kölns. Allerdings nimmt er eine Außenseiterstellung innerhalb der Clublandschaft Kölns ein, weil er 1.) zumeist Künstlern aus der Improvisations- und Experimentalszene ein Forum bietet, und 2.) wirklich etwas außerhalb liegt, so weit außerhalb, dass die meisten normalen Konzertbesucher eher selten zur Reise in diesen Bezirk zu bewegen sind. An diesem Abend hätte man sich als aufgeschlossener und an Neuem interessierter Indiepop-Fan aber dort einfinden müssen, denn das frische Hamburger Label Sunday Service war mit einem Teil ihrer Bands angereist, um sich in der Domstadt vorzustellen.

HÄTTE, weil in den Reihen des Publikums leider zu große Lücken blieben.

Zunächst betraten Künnecke & Smukal die Bühne. Andi Künnecke und Christian Smukal, seine Zeichens auch Bassist bei Sport, haben vor einiger Zeit ihr überaus gutes und selbstbetiteltes Debüt veröffentlicht. Live kamen ihre Songs, etwas zurückgenommener mit Keyboards und Akustik-Gitarre instrumentiert, sogar noch etwas besser zur Geltung. Nette, gefühlvolle Popsongs mit einem leichten Postrockeinschlag, die unverdientermaßen auch von den meisten Leuten, die an unter Heimspiel subsumierten Veröffentlichungen interessiert sind, bisher nicht wirklich beachtet wurden. Das darf sich aber noch ändern.

Nach kurzer Umbaupause stellte dann Finn. sein gerade veröffentlichtes Album vor. \\"Expose Yourself To Lower Education\\" wurde im Heimspielteil der letzten Intro-Ausgabe ja schon entsprechend gewürdigt, und auch live zeigte sich, dass dieser Typ Songs im Gepäck hat, die im Gegensatz zu so manchem prominentem Heimspiel-Act auch den internationalen Vergleich nicht zu scheuen brauchen. Unterstützt von einem Mann für Keyboards oder Bass und ein paar rumpelnden Schlagzeug-Spuren bewies Finn. Qualitäten, die mehr als einmal an den mittlerweile recht erfolgreich gewordenen Maximilian Hecker erinnerten, den aber durch fragile Arrangements und ein paar gelungene Soundexperimente noch toppten. Die Entscheidung, den Saal für diese beiden Acts zu bestuhlen, war genau richtig. Perfekte Musik, um sich in Polster zu flezen und einfach wirken zu lassen. Abgerundet durch genau die richtigen Platten für dazwischen, aufgelegt von den Geschwistern Ziegelmüller of Kir- und Astra Stube-Fame.



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
 
 
  • User: Sören
  • Sören 16.09.2003 | 00:47:10
    Tiki-Taka-Taliban.
    entschuldigung, wenn ich schon wieder rummäkele, aber finn ist hier im forum ja anscheinend dermaßen überschätzt...
    der mann kann es wirklich im internationalen vergleich mit jedem aufnehmen, allerdings nur in der kategorie "weinerliche langeweile." Songs? also bitte. kein einziger.

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 

Platten vor Gericht: Highlights

Platten vor Gericht: Highlights

Die wichtigsten Alben des Monats - und die härteste Jury der Welt. Jetzt mitmachen! [...mehr].

 

Platten in einem Satz

Platten in einem Satz

Neu bei Intro: Plattenkritiken in SMS-Länge! Die besten "Oneliner" gibt's hier.