Pedro The Lion live

Mit Rob & The Pinehole Stars

17.06.2003, 08:17, Text: Christian Steinbrink, Christian Steinbrink
[6 Kommentare]

15.06.03, Underground, Köln.
Denali, dieses vielversprechende Nebenprojekt einiger Engine Down – Mitglieder, tritt trotz Ankündigung nicht auf. Dafür betreten zwei Typen namens Rob & The Pinehole Stars die Bühne des sogenannten „Underground 2“, der Ausweichbühne für die Abende, an denen das eigentliche Underground durch andere Veranstaltungen belegt ist. Heute findet dort das pompös angekündigte Halbfinale des Emergenza – Bandwettbewerbes statt, und rund um das Ehrenfelder Gelände gibt es entsprechendes Getöse. Eigentlich Gift für zarte, ruhige Indie – Melodien, aber glücklicherweise ergeben sich die Lautstärkeverhältnisse so, dass man recht ungestört mit Rob und seinem Pinehole Star unten sein kann.

Die beiden geben ein recht unspektakuläres Set, Gitarre, Gesang und ein paar digital generierte Drums und Sounds, aber man merkt, dass da einiges an Herzblut mitschwimmt. Wegen der traditionsgemäß pünktlichen Anfangszeiten ist es immer noch sehr früh, als sie nach einer halben Stunde die Bühne verlassen, um für die heiß erwarteten Headliner Platz zu machen. Die machen von Anfang an so gar nicht den Eindruck, als wollten sie sich mit dem vom Publikum intendierten Glamour amerikanischer Indiehelden schmücken. Stattdessen stehen da zwei bärtige Typen, Schlagzeug und Gitarre, Mitzwanziger, einfach gekleidet mit T-Shirt und Jeans, mit einem ganz und gar nicht expressiven Gestus. Den Bassisten haben sich durch einen Laptop ersetzt, der sich scheinbar so problemlos bedienen lässt, dass es dazu nicht mal eines Kopfhörers bedarf. Sie spielen so einfache Songs, mal leise, dann wieder laut, ohne ausgefeilte Arrangements oder beeindruckende Effekte. Und doch merkt man von Beginn an, dass hier Leute am Werk sind, die imstande sind, ihre Songs aus mehr als der viel beschworenen „Summe der einzelnen Teile“ zu stricken. Ihre Musik ist so heilsam wie eine Kur, Indiesongs ohne diese Hektik der Rhythmen der ganzen Bands des New Wave – Revivals, deren Konzerte man in den letzten Monaten so oft vorgesetzt bekommt. Sanftes Mitwippen, ohne Tanzzwang, warm ist es sowieso schon genug. Das Pedro The Lion ihr neues Album „Control“ in Europa promoten dürfen, war wohl alles andere als selbstverständlich, und sie zeigen sich äußerst dankbar ob der Möglichkeiten, die sich ihnen zur Zeit bieten. Immerhin sind sie zum ersten Mal in Europa. Zwischendurch müssen immer mal wieder ein paar Knöpfe am Laptop gedreht werden, und die Wartezeit überbrückt Sänger/Gitarrist David Bazan, indem er auffordert, Fragen zu stellen. Das Publikum nimmt die Chance gerne wahr, und so erfährt es so manches über PTL’s Herkunft, Alter und ihren vieldiskutierten Glauben. So charmant. Bazan’s Version einer Rockshow ist so herzlich, dass nach und nach sogar die üblichen Zwänge eines öffentlichen Raumes abfallen, und man sich etwas irritiert umschaut, als PTL schließlich, nachdem die zugeschriebene Zeit bis aufs letzte ausgereizt ist, mit einer Mischung aus Entschuldigung und Dank die Bühne verlassen. Sowas darf es ruhig wieder öfters geben.



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  • User: triple b
  • triple b 17.06.2003 | 13:29:34

    Pedro The Lion = Langweilig

  • User: Christian Wessels
  • Christian Wessels 17.06.2003 | 19:33:09
    Half awake in a fake empire.
    das war wirklich ganz groß. das war so toll. ich bin immer noch ganz beseelt. dass du dich während des konzertes an der fragerunde beteiligt hast, finde ich übrigens sehr löblich, christian. du bist eine zier für das investigative lächeln dieser welt.

  • User: Daniel Decker
  • Daniel Decker 17.06.2003 | 20:20:38

    ach verdammt und mir sagt keiner bescheid. christians ich bin enttäuischt von euch :-/

  • User: tom sawyer
  • tom sawyer 17.06.2003 | 20:30:59

    ach triple b. schön war es. nur leider durch den bass vom ibook etwas undynamisch und statisch. hoffentlich nächstes mal zu viert.

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