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So war der Rolling Stone Weekender

Bildergalerie: Ostsee, Landdiscoflair und Funbad inklusive

08.11.2009, 16:00, Text: Daniel Koch, Foto: Thomas Lorber
[26 Kommentare]

Daniel Koch schaute am Weißenhäuser Strand mal nach, wie die Konkurrenz feiert und erlebte das vielleicht erholsamste Festival seiner Saison – trotz der gewohnten Nicht-vor-Vier-ins-Bett-Philosophie. Gute Musik gab's zudem zuhauf.

Ob das Massageangebot in der Ferienanlage Weißenhäuser Strand nun wirklich genutzt wurde, sei mal so dahingestellt. Ebenso, ob die Leute, die am Freitagabend beim ersten Rolling Stone Weekender zu den mal wieder quietschbunten Flaming Lips Kindergeburtstag feierten, am nächsten Morgen diesen Spirit nutzten, um sich in das Funbad mit Riesenrutsche zu werfen.


Dennoch muss man konstatieren, dass der von Veranstalter FKP Scorpio in Kooperation mit dem Rolling Stone organisierte erste "Indie-Weekender" einen formidablen Start hingelegt hat, obwohl – oder gerade weil – dort an der Ostsee zwei Welten aufeinander prallten.


Schließlich passiert es nicht alle Tage, das man zwischen sagen wir John K. Samson und den Editors noch mal eben durch eine Passage schlendern kann, in einem Bistro zwischenstoppt, von dem aus man essenden Leuten in schlecht sitzenden Badehosen zuschauen kann, die im Spaßbad nebenan dinieren, bevor man dann noch mal eben die fünf Minuten zum Strand auf sich nimmt, um sich vom kalten Meerwind ein wenig den Kopf freiblasen zu lassen. Das Festival ist nämlich lediglich ein Teil des Treibens in dieser großen Ferienanlage, die einen optisch recht brutal in die 80er zurückreißt – was anderseits aber auch einen Teil des Charmes ausmacht.

Auch die Spielstätten lebten von diesem etwas nostalgischen Charme. Die meist für Songwriter-Performances gebuchte Witthüs-Location war zum Beispiel eine kleine Disco mit heftigem Bauerndisco-Flair inklusive Eichenholz-Sitzgelegenheiten, die aus einer Landgaststätte im benachbarten Oldenburg in Holstein zu stammen schienen. Der Baltic Festsaal war dann genau das: ein Festsaal, inklusive eines Teppichs, der wie für Silberhochzeiten gemacht aussah. Das Rondell hingegen, das für Lesungen und Kurzfilmführungen genutzt wurde, wirkte ein wenig moderner – wie, sagen wir mal, ein Dorfkulturzentrum, das Anfang der 90er hochgezogen wurde. Lediglich die Hauptbühne, ein großes und übrigens beheiztes Zirkuszelt war dann tatsächlich mal ein Relikt aus der Festivalwelt.

Auf Seite 2: Der Freitag.


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  • User: qwert_zuiopü
  • qwert_zuiopü 09.11.2009 | 11:43:26

    ...Ebenso, ob die Leute, die am Freitagabend beim ersten Rolling Stone Weekender zu den mal wieder quietschbunten Flaming Lips Kindergeburtstag feierten, am nächsten Morgen diesen Spirit nutzten, um sich in das Funbad mit Riesenrutsche zu werfen.

    Und ob! Die Turborutsche war ein weiteres Highlight! Insgesamt hat sich die weite Reise von der entgegengelegenen Seite der Republik wirklich gelohnt...

    Aber was die After-Show-Parties angeht, das war wirklich lächerlich. Da haben wir den Abend lieber noch gemütlich mit einem Gläschen Wein in der Appartment-Küche ausklingen lassen.

  • User: Daniel Koch
  • Daniel Koch 09.11.2009 | 12:02:37

    Dann hast du alles richtig gemacht in Sachen Aftershow-Parties. Sind dann auch geflüchtet, als die Erkenntnis durchkam, dass man sich die Playlist nicht schön trinken konnte. Wir haben dann allerdings vor dem Fläschchen Bier in der Appartment-Küche noch eine am Meer getrunken, was durch einen Wassergang des Gruppenhärtesten formidabel abgerundet wurde. Mh, dass ich die Turborutsche nicht getestet habe, ist natürlich unprofessionell - hole ich im nächsten Jahr nach.

  • creation2 09.11.2009 | 12:06:43
    Fortunist
    das man nach so vielen Konzerten aka "auf Festivals" noch eine Aftershow-Party braucht,wird mir immer ein Rätsel bleiben.

  • User: Daniel Koch
  • Daniel Koch 09.11.2009 | 12:11:26

    Keine Ahnung, warum man bzw. ich da immer noch hin will. Ist mir am nächsten Morgen/Mittag auch immer ein Rätsel.

  • User: qwert_zuiopü
  • qwert_zuiopü 09.11.2009 | 12:48:15

    Ich find Aftershow-Parties normalerweise klasse. Man kann sich dann entweder noch mit jemandem unterhalten oder bei guten DJs auch mal bis morgens um 8 durchtanzen. Aber viele quasseln ja leider ununterbrochen während den Konzerten - das wird mir immer ein Rätsel bleiben...

  • creation2 09.11.2009 | 12:51:06
    Fortunist
    Das Quasseln auf Konzerten hat jetzt mit den Aftershow-Parties genau was zu tuen??

  • User: zilix
  • zilix 09.11.2009 | 12:59:38

    vermutlich das die afershow-parties zum quasseln da sind und nicht die konzerte.

  • User: qwert_zuiopü
  • qwert_zuiopü 09.11.2009 | 13:00:55

    Außer der Dorfdisco würd ich übrigens auch noch die groß angekündigte Plattenbörse bemängeln, die kleine Bühne, bei der man kaum was sehen konnte, wenn man nicht in der ersten Reihe stand und die Tatsache dass man um 15 Uhr noch fast eine Stunde anstehen musste um einzuchecken. Dass Katzenjammer ausgefallen ist, war auch etwas schade. Letztendlich waren das aber eher Kleinigkeiten. Das Line-Up, die Location und die entspannte Atmosphäre waren prima. Ich hätte gern noch etwas mehr Zeit gehabt die anderen Freizeitangebote zu testen. Wir waren nicht einmal beim Bowling oder im Streichelzoo... :)

  • User: zilix
  • zilix 09.11.2009 | 13:01:37

    nuja. ich wäre schon noch gerne auf 1 bier am samstag im withues geblieben, aber man wird alt und vernünftig. aber immer noch jung & mutig genug für die turborutsche!

  • User: qwert_zuiopü
  • qwert_zuiopü 09.11.2009 | 13:05:45

    genau, das meinte ich. ist ja schön wenn jemand seine shoppingerlebnisse unters volk bringen will, aber das geht ja auch noch nach der show.

  • User: Daniel Koch
  • Daniel Koch 09.11.2009 | 13:13:04

    oh ja - die labernden leute habe ich auch vergessen zu dissen. vor allem die, die das dann in der ersten reihe tun. und, die dann immer wieder hinter einem stehen. da gab's ein pärchen plus kumpelanhängsel, dass so gar nicht ging. haben mir erst cory chisel versaut, dann noch bei i am kloot laut aus dem programmheft gelesen und bei billy bragg haben sie mehr geredet als er - und das will was heißen. an der bar kann man das ja gerne machen - sofern nicht gerade ein einsamer klampfenmann akustisch spielt - aber ansonsten kann man doch etwas mehr taktgefühl erwarten.

  • User: qwert_zuiopü
  • qwert_zuiopü 09.11.2009 | 13:21:49

    oh je, das hört sich ganz nach dem unglaublichen trio an das vor mir in der check-in schlange stand und das warten schier unerträglich gemacht hat. keine ahnung von irgendetwas, aber ununterbrochen solche pseudo-lustigen kommentare in einem tonfall, das man am liebsten gleich wegrennen will.

  • User: qwert_zuiopü
  • qwert_zuiopü 09.11.2009 | 13:25:05

    super fremdschämen konnte man sich auch mit den typ der beim konzert mit seiner akron/family-platte vor der band rumgewedelt hat...

  • User: zilix
  • zilix 09.11.2009 | 13:40:58

    ich war doch sehr genervt, als ich während der flaming lips erst von etwas fliegendem hartem gestreift wurde, anschließend einen ebensolchen widerstand unter den füßen spürte und schließlich feststellen mussste, dass es sich dabei offenbar um eine sehr teure brille handeln musste. eine mindestens ebenso teuer aufgemachte und aufgetakelte blondine bekam sie nach verzweifelter bodensuche von mir wieder zurück, fiel mindestens noch 20 minuten ihrer entourage dauernd um den hals und schlug sich immer wieder ungläubig und affektiert die hände vors gesicht (ich konnte einfach nicht wegschauen). bedankt hat sich übrigens nicht und im nachhinein hätte ich tatsächlich lieber mit meinen füßen knirschgeräusche erzeugt

  • User: Daniel Koch
  • Daniel Koch 09.11.2009 | 13:45:16

    he he - wir müssen mal zur nächsten festivalsaison einen virtuellen festivalnervbirnenpranger an den start bringen...

  • User: zilix
  • zilix 09.11.2009 | 13:57:10

    mit 2.500 Besuchern noch bei weitem nicht ausgelastet


    ein bisschen mehr geht sicherlich noch, aber richtig voll möchte ich den weekender eigentlich nicht erleben. so war doch alles sehr entspannt, nirgends warteschlangen oder zu viel betrieb (also auch nicht beim spaßbad, strand, bahnhof, supermarkt, bühnen, etc.).

    Editiert von zilix am 09.11.2009 13:57:39

  • User: zilix
  • zilix 09.11.2009 | 14:00:30

    gut, o.k. die schlange beim einchecken.. aber das hat ja freundlicherweise qwert übernommen.

  • User: Daniel Koch
  • Daniel Koch 09.11.2009 | 15:05:19

    stimmt. viel voller wünsche ich mir das aus zuschauersicht auch nicht. konzipiert ist's glaube ich für viertausend. da könnte es dann im withus schon eng werden, wenn was gutes spielt... aber mit der anmeldung hast du recht: da müssen sie sich noch was einfallen lassen.

  • User: Christian Steinbrink
  • Christian Steinbrink 09.11.2009 | 15:59:16
    Die guten Militanten
    Koch, der Gruppenhärteste, das warst doch du, oder?



    Wir haben dann allerdings vor dem Fläschchen Bier in der Appartment-Küche noch eine am Meer getrunken, was durch einen Wassergang des Gruppenhärtesten formidabel abgerundet wurde.

  • User: psychonaut
  • psychonaut 09.11.2009 | 16:29:16

    Kann mir mal jemand sagen, wie The Postmarks (die neue beste Band der Welt) live so waren?

  • User: qwert_zuiopü
  • qwert_zuiopü 09.11.2009 | 16:34:34

    Wirklich neu sind die Postmarks ja nicht, aber war ganz nett - ein Querschnitt durch die 3 Alben. Hat sich leider mit Stardeath & White Dwarfs überschnitten, deshalb hab ich auch nicht alles gesehen.

  • User: psychonaut
  • psychonaut 09.11.2009 | 17:31:25

    Schon klar, dass The Postmarks keine "neue" Band sind, bei 3 Alben auf dem Markt. Aber ich halte, nachdem was ich bisher so hörte, "Memoirs at the end of the world" für einen großen Sprung nach vorn.

  • User: qwert_zuiopü
  • qwert_zuiopü 09.11.2009 | 19:26:51

    Beim Hamburger Abendblatt haben sie wohl einen Schülerpraktikanten hingeschickt um etwas über das Festival zu schreiben... Oder sind die Artikel da im Allgemeinen so mies?

  • User: heckenpenner_rot
  • heckenpenner_rot 09.11.2009 | 20:47:24

    ich kannte die zwar vorher nicht und irgendeinen hype um die ist an mir auch total vorbeigegangen, aber die postmarks waren wirklich das unspektakulärste des ganzen wochenendes.

    die absoluten highlights waren: "cymbals eat guitars" und ---weit vor allem anderen --- "akron/family"!!!

  • User: Daniel Koch
  • Daniel Koch 10.11.2009 | 10:58:30

    Nee, Herr Steinbrink - das war dann ausnahmsweise mal nicht ich. Das war ein treusorgender Familienvater, der mal Ausgang hatte. Da kommt man in Sachen Feierhärtegrad immer schwer hinterher...

 
 
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