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Fuji Rock

Rocken gegen die Sommerflaute

23.07.2009, 15:03, Text: Thomas Venker, Foto: Masanori Naruse

Fragt man Bands, welches Festival sie am meisten beeindruckt hat von all den weltweiten Tummelplätzen der Sommersaison, so fällt sehr oft der Name Fuji Rock. Allzu gut verständlich, allein die Lage am Fuß des majestätischen Mount Fuji, mit duftenden Wäldern und heißen Quellen, ist ein großes Argument. Und auch das Lineup kann sich mehr als sehen lassen. So spielen dieses Jahr beispielsweise Oasis, Paul Weller, Franz Ferdinand, Weezer, Patti Smith, Jet, Doves, White Lies, Major Lazer, Melvins, Public Enemy, Peaches, Simian Mobile Disco, Bright Eyes, Dinosaur Jr, Maximo Park, Diplo und Gang Gang Dance.

Naeba Ski Resort, Yuzawa-machi, Niigata, Japan, 24.7.-27.7.2009

Thomas Venker interviewte die Macher kurz vor seinem Abflug zum Festival - die Nachlese folgt in zwei Wochen.


Wer hat das Fuji Rock Festival gegründet und wie groß ist euer aktuelles Team?
Masahiro Hidaka, der Präsident der Veranstaltungsfirma Smash, kam vor 20 Jahren auf die Idee. Er war jahrelang nach Glastonbury geflogen und wollte jedes Mal danach mit dem eigenen Festival anfangen - und irgendwann machte er es dann eben auch. Es war damals das erste seiner Art in Japan. Heute arbeiten während des Festivals 2150 Leute für uns, das beinhaltet alle, von PA, Licht, Produktion, Praktikanten... Wir haben harte Auflagen und müssen das Gelände exakt so verlassen wie wir es vorgefunden haben: Es ist ein alpines Tal mit vielen schönen Bäumen.

In der Tat findet das Festival inmitten der Natur statt. Wie kam es dazu?
Wir brauchten eine Location, auf der die Besucher auch campen können. Das war ein großes Problem, denn immer wenn wir eine gefunden hatten, verstanden die lokalen Bauern nicht was wir wollten bzw. was ein Rockfestival überhaupt ist. Wie gesagt: das war vor 20 Jahren. Es gab damals nichts vergleichbares im Land. Außerhalb Tokyos und Osakas fand nichts statt. Die Landbevölkerung in Japan weiß bis heute sehr wenig von der internationalen Musikszene, ja noch nicht mal vom Lebensstil des Westens. Naebe ist insofern ideal, als dass es ein Skiressort ist - die Leute sind es also gewohnt mit großen Menschenmengen zu hantieren. Normalerweise haben sie im Sommer Flaute, insofern nehmen sie das gerne mit.

Zur Zeit redet ja jeder über die Weltwirtschaftskrise. Seht ihr schon Auswirkungen auf euer Festival? Oder befürchtet ihr diese für die Zukunft?
Im Gegenteil: Das Festival soll ja die Unterbrechung von der Krise sein. Mal ein Wochenende raus aus der täglichen Routine und dem Job, die Chance Freunde zu treffen, Musik zu genießen, gutes Essen, Camping und eben unsere tolle Location.

Lasst uns noch kurz über das Programm reden. Habt ihr so was wie eine Guideline?
Nun ja, es ist die alte Geschichte: wir buchen die Künstler, deren Musik wir schätzen. Aber wir diskutieren in diesem Prozess auch sehr viel. Strategisch beginnen wir immer mit den Headliner jeder Bühne, das bereits mit einem Vorlauf von einem Jahr, der restliche Prozess beginnt dann so ca. 8 bis 9 Monate vor dem Festival. Die Hauptbühne ist noch immer sehr puristisch dem Rock gewidmet, allerdings kein Hardrock, den mögen wir nicht, die anderen Bühnen haben sich über die Jahre stilistisch geöffnet.

Was ist euer bislang größter Booking-Coup?
Das kann man so nicht sagen. Für uns ist es das größte, wenn die Leute einen Performer zu lieben lernen, den sie vorher nicht kannten.

Und wen wolltet ihr immer schon mal haben, bislang aber ohne Glück.
Das bleibt bis es klappt unser Geheimnis.

Danke für das Gespräch.



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