64. Biennale Venedig 2007

Von Eastern und Western

11.09.2007, 12:00, Text: Stefan Rambow, Foto: Stefan Rambow

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Wer es aus dem trüben deutschen Restsommer noch an den einzigartigen Lido di Venezia zur 64. Ausgabe der Film-Biennale geschafft hat, wurde wieder einmal nicht enttäuscht. Im Jahr 75 des Bestehens des ältesten A-Festivals der Welt (dank Duce einige Kriegsjahre ohne Mostra herausgerechnet) galt: \\\"Kantoku Banzai!\\\" (Long live the director) analog zum Filmtitel von Takeshi Kitanos neuem Film (den dazugehörigen Preis nahm der Japaner dann gleich selbst entgegen). Folgerichtig paradierten Regie-Legenden wie Woody Allen, Peter Greenaway, Claude Chabrol, Ken Loach und Brian De Palma mit ihren neuen Filmen auf dem roten Teppich, während Bernardo Bertolucci und Tim Burton ebenfalls mit besonderen Preisen geehrt wurden und Quentin Tarantino einer Italo-Western-Retro vorsaß.


Star-Schauspieler wie George Clooney, Richard Gere, Johnny Depp, Brad Pitt & Angelina Jolie (size zero) oder Keira Knightley (size below zero) sorgten für weltweite Schlagzeilen und Glamour, auch wenn am Ende die leicht anrüchige Preisvergabe des Goldenen Löwen durch Jury-Präsident Zhang Yimou an Produktionsfirmen-Kollege Ang Lee für einige Pfiffe sorgte. 22 Weltpremieren und ebenso viele Filme im Wettbewerb hatten zur Disposition gestanden.

Die Coppa Volpi für die beste Darstellerin ging an die auf Grund von Dreharbeiten abwesende Cate Blanchett für ihre Darstellung von Bob Dylan (!!) in Todd Haynes Episoden-Film 'I'm Not There'. Man wundert sich weniger, wenn man einen der anderen Darsteller von his Bobness in verschiedenen Lebensphasen kennenlernt - den 1,47 Meter großen, farbigen Marcus Carl Franklin (die anderen Dylans: Heath Ledger, Ben Wishaw, Richard Gere und Christian Bale). Stephen Malkmus (Ex-Pavement) lieh seine Stimme und spielte den Soundtrack ein.

Den Darstellerpreis bekam Pitts Brad für die Titelrolle im auch von ihm produzierten Western 'The Assassination Of Jesse James By The Coward Robert Ford' (den Feigling spielt 'Ocean 13'-Komplize Casey Affleck). Letzterer Streifen könnte mit dem gerade in den USA erfolgreich gestarteten '3:10 To Yuma' mit Russell Crowe und wiederum Christian Bale durchaus eine Western-Renaissance einleiten. Da passte auch, dass der surreale Gewaltmeister Takashi Miike schon seinen wilden Eastern-Genre-Mix mit dem schönen Titel 'Sukiyaki Western Django' fertig hatte, in dem Tarantino (als \\\"Ringo\\\") einen Cameo absolviert und der hoffentlich bald auf den Asia-Filmfestvals der Republik zu sehen sein wird (Trailer & japanischer Bacalov-Cover-Song hier).

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