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Charts, Charts, Charts

25 Dinge, die ich bei Die ultimative Chartshow gelernt habe

Chic, Sister Sledge, Earth Wind And Fire Experience, Imagination und Kool & The Gang an einem Abend - ein Idiot, wer sich das entgehen lässt. Thomas Venker hat sich die Konzertumsetzung des RTL-Premium-Nostalgie-Formats »Die ultimative Chartshow« in Düsseldorf am vergangenen Donnerstag angeschaut, die Ereignisse sacken lassen und ist nun endlich bereit das Gelernte zu teilen.
Geschrieben am

1. Pünktlichkeit lohnt sich. Nile Rodgers und seine Band Chic müssen doch tatsächlich als erstes spielen – oder wollen sie es, damit sie es hinter sich haben?

2. Aber schön zu sehen, dass hier auch schon um 20 Uhr das Publikum bereit ist für Prime-Time-Hits wie »Le Freak« und »Good Times«. Da können sich die jungen Leute bei den Festivals mal ein Beispiel nehmen. Unsere Eltern müssen nicht erst stundenlang vorglühen, die sind jederzeit bereit.

3. Nile Rodgers sieht so süß aus. Muss ja auch mal gesagt werden dürfen, man kann ja nicht immer nur über sein signifikantes Gitarrenspiel sprechen und seine den Zeitgeist der 70er und 80er prägenden Produktionen für Künstler wie Mick Jagger, Grace Jones, Duran Duran, Madonna und Diana Ross. Welcher andere 61jährige kann schon ein Kopftuch tragen ohne als Santana gedisst zu werden.

4. Für Didaktik ist immer Zeit. Um zu zeigen, wo er seine Finger über all drin hatte, beziehungsweise wer sich bei ihm alles bedient hat, spielt Rodgers erst David Bowies »Let´s Dance«, das er als Produzent auf den Weg geschickt hat, und mäandert danach aus »Good Times« rüber in »Rapper's Delight« von der Sugarhill Gang, die das Stück gesampelt haben. Mit 1-A-Rap-Skills zudem. 

5. So sehr einen Rodgers für sich einzunehmen weiß, Bernhard Edwards, den kongenialen Bassisten von Chic, der 1996 verstorben ist, hätte man auch noch gerne miterlebt. 

6. Schon zum jetzigen Zeitpunkt ist klar: Jedes, aber wirklich jedes andere Handy in dieser Halle macht bessere Fotos als mein iPhone. Was nicht nur für mich sehr schade ist, sondern auch für euch, liebe Leser, wie die Fotogalerie zeigt. 

7. Aber vielleicht ist es doch besser, dass die Bilder so unscharf sind. Denn dieser Ort an diesem Abend, das ist ein Paradies für Leute mit Milf Neigung. RTL zieht die Frauen zwischen 25 und 50 (was Wikipedia als Altersspanne für Moms I’d Like to Fuck ausgibt) wie ein Magnet vor und auf die Bühne. 



8. Ja, auf die Bühne. Aus einem nicht nachvollziehbaren Grund darf wer will plötzlich neben Nile Rodgers und seinen Tänzerinnen sich in den Vordergrund spielen. Rodgers muss ein sehr ausgeglichener Typ sein, denn wer das hier erträgt, der rudert auch noch pfeifend über den Hades. 

9. Bei RTL arbeiten echte Profis beim Umbau, denn der geht in der Regel an diesem Abend in fünf Minuten vonstatten. Haben das alle auf intro.de anwesenden Festival- und Konzertveranstalter gehört: in fünf Minuten wurde hier immer umgebaut.


10. Weniger professionell sind leider die Zuspieler zu den Künstlern. Das also ist der Qualitätsanspruch des Big-Players RTL? Nun, dann mal viel Glück gegen das Internet-TV.

11. Wenig motiviert auch der Moderator des Abends. »Schlecht getextet ist halb gecastet«, der alte Spruch aus dem TV-Gewerbe besitzt noch Gültigkeit. Mit »Musik aus der Konserve« schickt er die Zuschauer in die Pausen, um es auf der Tanzfläche unter der Diskokugel »krachen zu lassen«. Der Mann weiß es wirklich sein Publikum anzuheizen. 

12. Earth, Wind & Fire heißen jetzt Earth, Wind And Fire Experience featuring Al McKay – wohl da von den gefühlt hundert Bandmitgliedern der Vergangenheit nicht alle so Bock auf Seniorentourneen haben.  

13. Fair Enough, wenn man, wie ich an diesem Abend, auch Sister Sledge dabei zusehen musste, wie sie sich durch ihre großen Hits quälten. In Bühnenoutfits, die sie wohl erst nachmittags mit Minibudget kaufen durften, suchten die drei verbliebenen Schwestern vergeblich nach diesem Gefühl von »Lost In Music«. Nile Rodgers, der die Band ja damals produziert hat, scheint es gewusst zu haben und schaute nicht auf der Bühne vorbei. Man muss sich ja nicht immer aufdrängen. 

14. Dass es anders geht, zeigte anschließend Leee John mit Imagination. Der 55jährige hüfte gut gelaunt durch sein Set, in dem natürlich die Hits »Changes« und »Just An Illusion« nicht fehlen durften. Super, da weiß man sofort, warum Justus Köhncke ihn so liebt.


15. Man muss auch mal loslassen können: Kool & The Gang wären zwar noch schön gewesen. Aber erstens hat die immer dieser doofe Typ aus meinem Tennis Verein gehört. Und zweitens konnte ich echt nicht mehr stehen. Keine Ahnung, wie all die anderen alten Leute das machen...


16. Und wo ich schon beim Schwäche zeigen bin: 25 Dinge, die ich gelernt habe? Respekt vor den Kollegen, die das Format stemmen, heute gibt es jedenfalls nur 16 gelernte Dinge.


17. Obwohl, nein, einen habe ich noch. Und was für einen: Erzählt der eine Typ neben mir am Getränkestand doch tatsächlich einem anderen, dass Nile Rodgers gerade mit Daft Punk im Studio war und an gemeinsamen Stücken gearbeitet hat. Also wenn das tatsächlich wahr ist und nicht nur so eine Geschichte an der Theke, das wär ja eine Sensation. Dann wär das hier ja knallharter Recherchejournalismus gewesen. Und siehe da: am Samstag lief prompt in der Werbepause bei »Saturday Night Alive« ein Werbespot für ein neues Daft Punk Album, mit einem Riff, bei dem man sofort an Nile Rodgers denken muss...

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