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WDR-Gala

20 Dinge, die ich bei der 1LIVE-Krone gelernt habe

Intro-Autor und Preisverleihungsneuling Benjamin Walter stolperte mit großen Augen über die 1LIVE-Krone und hat einfach mal mitgeschrieben.
Geschrieben am
06. Dezember 2012 Jahrhunderthalle Bochum

Jeden Winter verleiht der WDR-Radiosender 1Live seine begehrten Kronen an die beliebtesten Künstler und Bands der letzten 12 Monate. Dabei feiert er sie und sich selbst mit einer spektakulären Gala.


1) Ankunft am düsteren Westpark in Bochum. Wo geht’s denn hier bitte zur Jahrhunderthalle? Am besten einfach den aufgeregten Teens mit den Casper-Shirts hinterher.



2) Und wo ist nun der Pressebereich? Nach 20 Minuten, die ich in der Warteschlage für ein Silbermond-Akustikkonzert verbringe, das kurz vor der Kronenverleihung stattfindet, wird mir klar: hier nicht.



3) Die Promis kommen! Großes Gewühle am roten bzw. pinken Teppich. Die Fotografen schubsen und drängeln um die besten Plätze. Wie würdelos, kann man sich die Bilder doch am nächsten Tag auch ganz entspannt im Internet ansehen.



4) Überhaupt herrscht hier ein rüder Ton, die Künstler müssen ständig irgendwas machen. »Guck mal zu mir!«, »Nein, zu mir!«, »Dreh dich mal nach links! Also von dir aus nach rechts!« Und immer wieder die Frage: »Wer bist du denn überhaupt?«



5) Brachial-Comedian Serdar Somuncu beantwortet die Frage, wer er denn bitte sei, souverän mit »Kaya Yanar«.





6) Zur besseren Orientierung in der Prominentenflut werden bebilderte Gästelisten ausgeteilt, Panini-Alben nicht unähnlich. »Sönke Wortmann hab ich doppelt, aber der Gosejohann fehlt mir dooferweise noch!«



7) Ein bizarres Gästedurcheinander vom Allerfeinsten, das 1LIVE hier auffährt. Johannes Rögner von Frittenbude ist das Spektakel nicht geheuer. Da lässt er sich auch von »Topmodel« Sara Nuru nicht aufhalten.



8) Konstantin Gropper und seine Band Get Well Soon schauen drein wie ihre Musik klingt. Ernst, aristokratisch und irgendwie traurig.



9) Lebenslang Bad-Taste-Party. Man fragt sich schon, wie Deichkind wohl aussehen, wenn sie mal privat eine Pizza essen gehen.



10) Intro-Darling Casper gibt den Style für 2013 vor. Eine Mischung aus Dee Dee Ramone (R.I.P.) und Keanu Reeves in »Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit.«



11) Nanu, was ist denn das? Ein Deutsch-LK auf großer Studienfahrt nach Bochum? Aber nein, das ist doch Philipp Poisel und seine Band!



12) Gäbe es einen Krone in der Kategorie »unspektakuläres Erscheinungsbild«, er wäre der Gruppe Kettcar sicher.



13) Das Fest beginnt. Sabine »Zahnlücke« Heinrich und Chris »Hütchen« Guse moderieren die Veranstaltung fröhlich und angenehm zügig runter. Eine Krone jagt die nächste, kein Leerlauf, keine Werbung, hier gib es 100% Preisverleihungsspaß für das Gebührengeld.

14) Cro ist der erste Sieger des Abends und gewinnt für »Easy« die Krone in der Kategorie »beste Single«. Der Preis des Erfolgs: Als einziger Künstler wird er den ganzen Abend über von einem Bodyguard bewacht.



15) Nun Kraftklub - mit der Krone für das »Beste Album«. Man bedankt sich ebenfalls artig, dann droht die Veranstaltung etwas zu zerfasern. Ferris MC geht erst eine rauchen, dann wird in die Nachbarhalle geschaltet, wo Deichkind gleich parallel zur Krone ein Livekonzert spielen werden. Und man wird gewahr, dass sich diese Band in den letzten Jahren so ein richtig idiotisches Publikum herangezogen hat. 

16) Neeein, die Krone für die beste Comedy geht an Michael Mittermeier! Hatte der unangenehme Bayer sich in den letzten Monaten doch angenehm rar gemacht. Den darf man doch nun nicht wieder ermutigen!

17) Kraftklub, Der König tanzt, Casper und Dendemann treten gemeinsam auf und machen Bock. Hoffentlich macht das Schule, Stunden an Lebenszeit in Einzelkonzerten würden so gespart.



18) Tim Bendzko wird noch schnell zum »Künstler des Jahres« ernannt. Künstlerinnen standen seltsamerweise gar nicht zur Wahl, wie überhaupt der ärgerlich geringe Frauenanteil unter den Nominierten auffällt. Dann darf Cro noch etwas tranig sein »Easy« rappen und die Verleihung ist aus! Kurzweilig war es, trotzdem steht »Endlich saufen« in großen Lettern über dem Finale der 1Live-Krone. 

19) Bei dem folgenden allgemeinen Gewusel sticht eine Gruppe aus der Menge hervor. Frittenbude und die Audiolith-Gang mit der Kroneals bester
PlanB-Act in der Baumwolltasche über der Schulter. Denn die freuen sich nicht professionell, sondern richtig. Darauf ganz viele Schnäpse und ein exklusives Siegerfoto für Intro.de.



20) Nach den üblichen Exessen, dem Rumstehen und dem ganzen Gerede geht es dann in den frühen Morgenstunden ins Hotel, aufs Gästesofa oder einfach nach Hause. In der Jahrhunderthalle in Bochum wird noch einmal durchgefegt und das Altglas aufgestapelt, aber die Promis und Künstler, die reingeschmuggelten Freunde, die durchgefrorenen Fans und all jene, die immer da sind, wenn es etwas umsonst gibt, liegen in ihren Betten und schlafen tief und fest.  


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