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Fiktion und Zeitgeschichte

Volker Kutscher live in Köln

Das Kölner Krimifestival Crime Cologne präsentiert auch abseits der eigentlichen Festivaltage regelmäßig Autorenlesungen. Am 9. Oktober war Bestseller-Autor Volker Kutscher in der Rheinmetropole, um über seinen Kommissar Gereon Rath zu sprechen.
Geschrieben am
Zehn Jahre sind vergangen, seit Volker Kutscher den ersten Teil seiner großenBerliner Kriminalgeschichte veröffentlichte. »Der nasse Fisch« bildete den Auftakt einer Reihe von Romanen, die rasch zu Bestsellern wurden. Im Zentrum der Zeitgeschichte-Krimis stehen neben dem Handlungsort vor allem die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen Deutschlands während der späteren Zwischenkriegsjahre. 1929 wird der Kölner Kommissar Gereon Rath nach Berlin versetzt und versucht sich durch die Machtzirkel der Metropole und die politischen Spannungen zu schlängeln. 

Kutschers Reihe zeichnet sich besonders aus durch eine Mischung von Elemente aus Hardboiled, Film Noir und akribischer Recherche. Zwei filmische Werke hatten zu Beginn der Zweitausender die Initialzündung für die Geschichte geliefert, erzählt der Autor: Neben Sam Mendes »Road To Perdition«, der zu jener Zeit im Kino zu sehen war, bildet Fritz Langs 1931 in Berlin entstandener Klassiker »M – Eine Stadt sucht einen Mörder« einen maßgeblichen Einfluss. 

Kutschers Erfolg beschränkt sich längst nicht mehr aufs Bücherregal. Zu seinem erstem Roman »Der nasse Fisch« erschien kürzlich eine lesenswerte Comic-Umsetzung von Arne Jysch, zudem wurde der Stoff unlängst als TV-Serie adaptiert. »Babylon Berlin« startet am 13.Oktober auf Sky und ist im kommenden Jahr dann im Free TV zu sehen. Für Drehbuch-Autorenschaft und Regie ist das Trio Tom Tykwer, Achim von Borries und Henk Handloegten verantwortlich. Man solle die filmische Umsetzung nicht mit seinen Romanen vergleichen, sondern beide als eigenständige Kunstwerke wahrnehmen, kommentiert Kutscher während seiner Lesung und man meint, dass man hier auch Zweifel mitschwingen hört, wenn er von den optischen Unterschieden zwischen seiner Figur Gereon Rath und dem ihn verkörpernden Schauspieler Volker Bruch spricht. 

Gegenstand der Lesung ist »Lunapark«, der sechste Fall des Kommissars, dessen Titel auf den legendären Berliner Vergnügungspark verweist, der von der NS-Regierung bereits kurz nach der Machtergreifung als unschicklich geschlossen wurde. Kutscher trägt nach kurzer einleitender Interview-Passage zur Eröffnung den Prolog vor und es wird deutlich: die Zeiten haben sich 1934 spürbar verschärft, die willkürliche Gewalt der SA und die Repressalien gegen Juden sind knapp ein Jahr nach Regierungsübernahme zum Alltag geworden. In diesem Klima wird es Kutschers Kommissar Rath immer klarer, dass sein bisheriger Weg des teilnahmslosen Umschiffens der politischen Zustände in eine Sackgasse führen wird. Eine Person die diese Selbsterkenntnis widerspiegelt ist seine mittlerweile aus dem Polizeidienst ausgeschiedene Frau Charly. 

Deren Vorgeschichte hat Volker Kutscher auch sein neuestes Werk, den hübsch illustrierten Kurzgeschichten-Band »Moabit« gewidmet, der wenige Tage vor der Lesung erschien. Bis zu einem neuen Fall von Gereon Rath müssen sich die Fans dagegen noch etwas gedulden. Im Herbst oder Winter 2018 sei es voraussichtlich soweit, verriet der Autor am Ende. 

Volker Kutscher

Lunapark: Gereon Raths sechster Fall (Die Gereon-Rath-Romane, Band 6)

Release: 10.11.2016

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