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Gestohlene Zeit

»T2 Trainspotting«

Tony Blairs Amtszeit war nur auf Heroin auszuhalten. Nüchtern betrachtet sind die Auswirkungen von »Cool Britannia« noch schlimmer.
Geschrieben am
Nach 21 Jahren als halbwegs anständiger Bürger kehrt Mark Renton (Ewan McGregor) zur Beerdigung seiner Mutter nach Edinburgh zurück. Eine Mischung aus Gewissensbissen, Langeweile und existenzieller Verzweiflung bringt ihn dazu, seine alte Gang aufzusuchen, die er damals um 16.000 Pfund geprellt hatte. In seiner Abwesenheit hat es das Schicksal nicht gut gemeint mit Sick Boy, Spud und Begbie, die alle zwischen Verwahrlosung, Depression und Gefängnis zu pendeln scheinen. Offenbar ist die Lücke, die Heroin hinterlässt, größer als die meisten Lebensträume. Regisseur Danny Boyle hat eine ziemlich genaue Vorstellung von der Tristesse, die sich in den Herzen 40-jähriger Männer breitmachen kann. Mit derselben Verve, die »Trainspotting« auszeichnete, hetzt er seine Protagonisten 20 Jahre später in der Fortsetzung durch die heruntergekommene Stadt. Nur diesmal mit der Ahnung, dass es kein Entrinnen, keine Liebe und keine wahre Coolness geben kann. Ätzenden Humor, krasse Gewalt und eine sehr schottische Sicht auf die Welt gibt es weiterhin, was einerseits an Irvine Welshs Beinah-Buchvorlage »Porno« liegt, andererseits an der Hingabe, mit der alle Schauspieler dabei sind, um ihre Figuren mit der eigenen Vergänglichkeit zu foltern. Nostalgisch wirkt nur der formidable Soundtrack.
— Intro empfiehlt: »T2 Trainspotting« (GB 2017; R: Danny Boyle; D: Ewan McGregor, Johnny Lee Miller, Robert Carlyle; VÖ 22.06.17; Sony)

Danny Boyle

T2 Trainspotting [Blu-ray]

Release: 30.05.2017

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