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Shadow Of The Vampirekiller

Che

Steven Soderbergh wollte die Lebensgeschichte des Ernesto Che Guevara nicht in einem läppischen Film erzählen. Deshalb kommen mit "Revolución" und "Guerrilla" gleich zwei Teile über das Leben des Revolutionärs ins Kino.
Geschrieben am
Steven Soderbergh wollte die Lebensgeschichte des Ernesto Che Guevara nicht in einem läppischen Film erzählen. Deshalb kommen mit "Revolución" und "Guerrilla" gleich zwei Teile über das Leben des berühmtesten Revolutionärs aller Zeiten ins Kino.

Die Verfilmung von Ernesto Che Guevaras Leben setzt auf Authentizität. Nicht umsonst wird im Vorfeld des Kinostarts betont, Benicio Del Toro glänze in der Hauptrolle nicht zuletzt durch seine Ähnlichkeit mit dem legendären El Commandante. Neben Authentizität baut Regisseur Steven Soderbergh auf Ernesto Che Guevara himself.

Schon der gemeinsame Titel seiner beiden Filme zum Thema deutet an, dass es weniger um politische Umstände Ende der 50er und in den 60er-Jahren geht, auch wenn sie durchaus an bestimmten Stellen der Handlung zu besonderen Zwecken ins Geschehen hineininszeniert werden (nämlich dort, wo Che als Politiker spricht, der noch weiß, wovon er redet, wenn er das Wort "Krieg" in den Mund nimmt). Dennoch geht es vor allem um die Figur des "Che", die wir ja eigentlich zur Genüge kennen. Doch Soderbergh macht aus der Ikone wieder das, was sie vor der Ikonisierung war: einen ganzen Kerl auf dem Schlachtfeld des Militarismus.



Auf die Frage einer Journalistin, was einen Revolutionär ausmache, antwortete Che im Jahre 1964 - lange nach der Entmachtung des Diktators Fulgencio Batista durch Fidel Castro, ihn und ursprünglich achtzig weitere Rebellen - mit einem einzigen Wort: Liebe.

Von dieser Liebe und ihrer Geschichte zeigten sich die Filmemacher ungewöhnlich beeindruckt und ließen sich dazu hinreißen, Che Guevaras Leben ausführlich in den zwei wichtigsten Etappen seiner Vita auf die Leinwand zu bringen. "Revolucion" und "Guerrilla". "Revolución" erzählt die Story von Ches erstem Treffen mit Fidel Castro (Demián Bichir) und dem langen zähen Kampf um die Vorherrschaft in der Sierra Maestra - jenem kubanischen Landstrich, der als Schlüssel zur Einnahme der gesamten Insel galt. Eine Wahrheit, die sich auf dramatische Weise bestätigen sollte. Die beiden Drehbuchautoren und Regisseur Steven Soderbergh versuchen mit einigen Mitteln, die Dramaturgie jener Tage des bewaffneten Kampfs einzufangen und dennoch einen ruhigen Puls zu bewahren, was ihnen dank eines reinen liberalen Gewissens und eines Gespürs für die emotionale Tiefe ihres Protagonisten auch gelingt. Wir leiden mit Che, wenn er Konterrevolutionäre gnadenlos hinrichten muss - und wir empfinden Stolz auf seine moralische Integrität, wenn er seinen Mitkombattanten das Lesen und Schießen beibringt und selbst in den ersten Tagen der Revolution (die tatsächlich erst nach dem Gewinn des Krieges beginnt) an ihr Gewissen appelliert, wenn sie sich das Eigentum ihrer besiegten Feinde aneignen wollen. Für Che hat in diesem Moment die Arbeit erst begonnen. Er will die Revolution hinaus in die gesamte kapitalistische Welt tragen. Ein Versuch, der ihm zum Verhängnis werden wird.


So it's all about love - und wie sie bei Che tatsächlich funktionierte? Liebe zur Heimat, Liebe zu den Unterdrückten dieser Erde? Einen weiteren Aspekt jener inhaltlichen Ausrichtung, die als Grundrauschen bleibt, beleuchtet "Guerrilla". In der Fortsetzung kommt Franka Potente als Tania ins Spiel. Die Revolutionärin mit deutschen Roots gibt nach hartem Fight im umkämpften Hochland Boliviens ebenso wie Che den Löffel ab. Eine recht neue Figur im Buch der Geschichte, die wie alle übrigen Personen mit einem kleinen Makel behaftet bleiben wird, der selbst am großen Fidel Castro haftet: Sie stehen im Schatten Ches. In diesem Sinne ist Soderbergh und Co. eine sehr authentische Darstellung gelungen.

Che - Revolución
Che - Guerrila
(USA 2009 R: Steven Sonderbergh; D: Benicio Del Toro, Rodrigo Santoro; Franka Potente; 11.06. (Revolucion) und 23.07. (Guerilla)

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