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Neue alte Games im Schnellcheck

Früher war alles Retro

Die junge Geschichte der Videospiele steckt schon jetzt voller nie wieder erreichbarer Höhepunkte.
Geschrieben am

Drei Intro-Autoren testeten drei aktuell erschienene Spiele, die zeitlich ganz bewusst hinter sich greifen.


»Super Street Fighter IV – Arcade Edition«
Für Xbox 360, PS3 und PC (Capcom)
Dass die Kulturindustrie eine Schlange ist, wird mehr und mehr auch deutlich in den aufquellenden Namen ihrer Erfolgsprodukte. »Super Street Fighter IV – Arcade Edition« ist bereits die zweite Sonderauflage zum 2008er-Comeback der Kult-Beat'em-up-Serie. Neu sind neben Locations und Online-Skills dabei vier sofort spielbare Charaktere. Unter anderem Evil Ryu, also die dunkle Version einer der frühesten menschlichen Figuren der Reihe. Sie steht halb in Flammen und hat ein Loch in der Brust, unterscheidet sich sonst kaum von ihrer Good-Guy-Entsprechung. Der ebenfalls neue Yung gilt bei Cracks als »overpowered«, also den Gegnern instantmäßig überlegen. Ein unlauterer Vorteil, den man aber durch schlechtes Spiel wieder wettmachen kann. Sicher kommt irgendwann »Mega Super Street Fighter V Turbo – Collector's Edition Rot«. Alles immer neu – bloß ohne neu.
Linus Volkmann



»Jamestown«
Für PC (Download via Steam / Final Form Games)
Keine Ruhe in Jamestown. Kaum kommt der zum Tode verurteilte historische Abenteurer/Taugenichts Sir Walter Raleigh in der britischen Kolonie auf dem Mars an, greift die spanische Armada an – und dann auch noch die Marsmenschen. Raleigh und bis zu drei Mitspieler an einem PC schwingen sich auf dampfbetriebene Flugmaschinen und schlagen mit einem chilenischen Orchester im Rücken zurück. 16-Bit – und alles ein großer, bunter Spaß. »Jamestown« ist ein sogenannter »Bullet Hell Shooter«, eine japanische Variante des Arcade-Shooters, in der es weniger darum geht, Feinde zu vernichten, als den immer komplizierter werdenden Mustern des tödlichen Kugelhagels auszuweichen. Ein Hardcore-Genre, geboren in japanischen Spielhallen der 90er. »Jamestown« aber ist gleichzeitig so modern wie »Left 4 Dead« und »Guitar Hero«: Aus der einsamen Highscore-Jagd der Kugelhölle hat Final Form Games ein Game gemacht, das gemeinsames Spielen belohnt. Solange noch ein Pilot den Kugeln trotzt, können alle anderen wieder zurück aufs Feld gebracht werden – und zusammen die Weltraum-Inquisition aufhalten.
Dennis Kogel



»Williams Pinball Classics«
Für PSP, Wii, PS3 und Xbox 360 (System 3 / Koch Media)
Die Geschichte der Flippertische ist lang und ruhmreich. Die Geschichte der Videospiel-Flippertische ist lang und übersät mit Kot, Krankheiten und Leichen. Der Grund: Offenbar fällt es einfacher, Hunderte individuell agierende Krieger in 3D-Full-HD über den Bildschirm zu schicken, als eine virtuelle Stahlkugel zu programmieren, die auf einer leicht schrägen Platte Fliehkraft und Erdanziehung ausgesetzt ist. Mit »Williams Pinball Classics« – besonders in seinen PS3- und Xbox-360-Varianten – erwachen Flipperfans nun aus diesem Nichts-geht-Albtraum. Die Software bietet nicht weniger als die besten Videospiel-Flipper aller Zeiten. Noch dazu in einem Verbund an realen Geräten, die einst Williams, der beste Flipper-Hersteller der Welt (abgewickelt 1999), auf den Markt brachte. Die Mimesis aus den Bestandteilen Ballphysik, Grafik, Original-Display und -Sound der Original-Tische ist schlicht irrsinnig gut. Zudem gelingt dem Spiel im Gameplay das, was in echt auch immer gelang: Der Spieler steht oder sitzt schreiend vor dem Fernseher, weil ihm das fiese Credit-System das Leben zur Hölle macht. Erst muss auf den ganz alten Tischen gescoret werden, damit die neueren – etwa »Medieval Madness« (1997), »Tales Of The Arabian Nights« (1996) und »No Good Gofers« (1997) – gespielt werden können. Für einen etwaigen zweiten Williams-Teil, der dann aber bitte schön Tische wie »Indiana Jones«, »White Water«, »The Getaway« oder »Bram Stoker's Dracula« enthält, wäre ich bereit, 300 Euro auszugeben. Für einen Stehpult-Controller mit Original-Flipper-Knöpfen noch einmal locker 200.
Felix Scharlau

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