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Film für Iggy-Pop-Kultur

Jim Jarmusch über »Gimme Danger«

Als Teenager wurde Jim Jarmusch Fan der Ur-Punk-Band The Stooges. Sein kongenialer Dokumentarfilm über die Geschichte ihrer Hits wie »I Wanna Be Your Dog« geriet auch zur Liebeserklärung an Stooges-Frontmann Jim Osterberg a.k.a. Iggy Pop. Patrick Heidmann sprach mit der Indie-Film-Ikone über die Hommage an die ehemalige Band des alten Kumpels.
Geschrieben am
Jim Jarmusch trifft Iggy Pop. Was ist es für ein Gefühl, wenn man mit einem langjährigen musikalischen Helden zusammenarbeitet? 
Ich versuche immer auszublenden, dass ich auch Fan bin. Jim – also Iggy – und ich kennen uns mittlerweile seit 20 Jahren, deshalb gelingt mir das meistens ganz gut. Das gilt genauso für die Filme mit Neil Young oder Tom Waits. Aber tatsächlich bin ich manchmal sprachlos, wenn Iggy an meinem Geburtstag anruft und Nachrichten hinterlässt wie »Happy Birthday, J.J.! Ich denke an dich!«  

Ist es nicht hinderlich, wenn man mit dem Protagonisten seiner Dokumentation befreundet ist?
 Zum einen ist »Gimme Danger« kein Film über Iggy, sondern über The Stooges. Und zum anderen ging es mir ja nicht um eine Konfrontation oder um Kontroversen. Ich mag keine Dokumentationen, die im Müll anderer Leute herumwühlen. Das finde ich langweilig, unhöflich und beleidigend. »Montage Of Heck« über Kurt Cobain zum Beispiel ist ein richtiger Scheißfilm. Dinge, die er als Schüler gemacht hat, für eine solche Dokumentation auszuschlachten und dann sogar seine Tochter dazu zu bringen, das mitzuproduzieren? Richtig ätzend. Oder »Amy«. Wer Amy Winehouse als Musikerin respektiert, will doch nichts mit diesem ganzen Klatsch- und Tratsch-Dreck zu tun haben. Meine Meinung. 
Welche Dokumentarfilme sind empfehlenswert?
Mir gefällt »Don’t Look Back«, D.A. Pennebakers Film über Bob Dylan, der daran auch selbst mitgewirkt hat. Oder Stevan Rileys »Listen To Me Marlon«, der auf Tonaufnahmen von Marlon Brando basiert. In beiden Fällen werden die Protagonisten weder glorifiziert, noch wird ihr Leben beschönigt. Aber die Filme sind eben auch nicht ausbeuterisch.

Wann hast du The Stooges für dich entdeckt?

Das war als Teenager, zu Hause in Akron, Ohio. Meine Freunde und ich waren ziemlich wild und immer auf der Suche nach neuen Bands, deren Musik wir dann stundenlang bei irgendwem im Keller hörten. The Stooges sprachen uns sofort an. Sie zeigten uns, dass es okay war, wild und frei und anders zu sein. Leider habe ich sie damals nie live gesehen. Aber bei ihren späteren Konzerten und auch bei Iggys Solo-Auftritten habe ich diese positiven Vibes immer noch gespürt. Ich war tagelang wie high. So stark hat ihre Botschaft auf mich gewirkt.

Und wie kam es zum persönlichen Kontakt mit Iggy?

Wir hatten viele gemeinsame Freunde. Mein Kumpel Dougie Bowne war nicht nur Drummer bei den Lounge Lizards, er spielte auch mit Iggy. Und um ein paar Ecken kannte ich Iggys damalige Frau Suchi. So kam es, dass wir uns immer mal wieder begegneten und etwas unternahmen. Irgendwann kam Iggy bei mir zu Hause vorbei, wir tranken Tee und unterhielten uns. Von da an sind wir Freunde geblieben.
Wir präsentieren »Gimme Danger: Iggy's Birthday Bash«, ein Preview Screening plus Party am 20. April im Kino International in Berlin. Mehr Infos und eine Ticketverlosung dazu hier!
— »Gimme Danger« (USA 2017; R: Jim Jarmusch; D: Iggy Pop, Ron Asheton, James Williamson; Kinostart: 27.04.17; StudioCanal)

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