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Anstrengende Leichtigkeit

»Hans Dampf«

Die Leichtigkeit des Seins ist zwar nicht unerträglich, sie kann aber auch ganz schön anstrengend sein. In diesem schönen Roadmovie verliert Hans auf dem Weg von Köln nach Italien eine Menge Geld und gewinnt dafür die Freiheit.
Geschrieben am
»Ich hatte schon lange keinen Bock mehr, Scheiße als Gold zu verkaufen«, hört man Hans ins Handy murmeln. Am anderen Ende ist wohl sein Vater. Hans legt auf und verschenkt sein iPhone an zwei vorbeikommende Kinder. Schon sehr früh wird klar, dass Hans abgeschlossen hat – nicht mit dem Leben, sondern mit dem, was alle anderen Leben nennen. Seine Arbeit befreit ihn nicht, sondern raubt ihm alle Kräfte, frei nach einem Song der Band Ja König Ja. Das Motiv eines Fotos, das er zufällig in einer Pizzeria entdeckt, kommt ihm gerade recht. Dorthin möchte er, irgendwo bei Neapel. Destination Amalfiküste.

Hans’ Reisegepäck ist gar nicht mal so gering. Zwar trägt er nur, was er am Leibe hat, doch zusätzlich einen Riesenbatzen Geld, den er bekommen hat, »damit er nicht mehr arbeitet«. So richtig viel liegt ihm an der Kohle aber nicht. »Hans Dampf« ist auf den ersten Blick ein Low-Budget-Roadmovie par excellence. Allein durch Förderung und Crowdfunding finanziert, zauberten Jukka Schmidt und Christian Mrasek 2011 allerdings einen Film hervor, der viel mehr ist als eben ein Low-Budget-Roadmovie. Fabian Backhaus nuschelt sich als Hans von Szene zu Szene, wirkt die ganze Zeit irgendwie bekifft und ist dabei so erfrischend offen, normal und lebensbejahend, dass man es ihm gleich nachempfinden möchte. Kann man nicht selbst auch ein wenig mehr Hans sein? Platzt auf der Reise auch mal ein Motor – ist doch okay! Alles überbewertet. Kongenial untermalt wird dieses Laisser-faire von der Musik, die aus der Feder Jacques Palmingers und seiner Kings Of Dubrock stammt oder von Carsten »Erobique« Meyer kommt. Wie nicht anders zu erwarten, erklingen Oden an das Leben, an das Sein, an das Hier und Jetzt. Und so dubbt sich Hans bis weit nach Italien rein – unterwegs gibt es diverse kleine Problemchen und Widrigkeiten, die aber kaum stören, sondern vielmehr zeigen, dass Leben auch ohne Arbeit schon schwer genug sein kann. Ein Film wider die Depressionen. Ein Hohelied auf das Leben. Jetzt muss man nur noch folgen. Der Soundtrack liegt schon vor.
– »Hans Dampf« (D 2013; R: Jukka Schmidt, Christian Mrasek; D: Fabian Backhaus, Mario Mentrup; Real Fiction)

Hans Dampf

Release: 26.01.2015

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