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Fensterblick

»Gorogoa«

Wir alle haben keine Ahnung, was Videospiele wirklich sind, wie sie aussehen, funktionieren und was Spieler darin tun. Wir kennen immer nur einen kleinen Ausschnitt davon. »Gorogoa« öffnet dieses Fenster und lässt frische Luft rein.
Geschrieben am
Es mag eine Revolution sein, aber eine kleine, leise und kurze. »Gorogoa« setzt die Spieler vor vier quadratische Bildtafeln. Die können sie hin und her schieben, tauschen oder in die Bilder hinein- und herauszoomen. Und manchmal bewegen sich die Bilder von alleine. Werden sie richtig über- und nebeneinandergelegt, gehen sie Verbindungen ein, die Szenen verschmelzen miteinander. Dahinter steckt eine Traumlogik, die assoziativ den Farben und Formen der Bilder folgt. Ausgeschnittene Lampen werden auf Sternenkarten gelegt, damit Motten zum Licht fliegen; Gedankenblasen wachsen zu neuen Ideenwelten. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Junge, der quasireligiöse bunte Bälle sammelt. Aber die Welt verändert sich mit der Zeit und der Junge auch.

Weil in »Gorogoa« Bildtafeln zusammengepuzzelt werden, könnte man das Spiel als Puzzle bezeichnen. Aber statt Rätsel aufzugeben, versteckt es in seinen Puzzlestücken brillante Einfälle. Statt sich zu konzentrieren, gleiten Spieler inspiriert durch die Bildwelten. Die Geschichte wird ohne Sprache erzählt, sie wird nie richtig klar, ist aber deutlich genug. Die Illustrationen halten sich genauso zurück wie der Rest des Spiels; sie sind nicht zugespitzt, sondern treffend. Die Bilder von Krieg, Früchten, knienden Kindern und flatternden Motten wirken universell. Es ist also kein Denk-, sondern ein Fühlspiel; ein neuer Beleg dafür, dass Videospiele fernab jeder Leistungslogik als ein unentdecktes Land des interaktiven Erzählens und Entdeckens brachliegen.

Annapurna Interactive

Gorogoa

Release: 14.12.2017

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