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Meisterhafte Manipulation

»Gone Girl«

David Fincher legt in seiner Bestseller-Adaption »Gone Girl« falsche Fährten und steuert auf ein bitterböses Finale zu. Die Nine-Inch-Nails-Veteranen Trent Reznor und Atticus Ross sorgen mit ihrem Score für zusätzliche Suspense.
Geschrieben am
Film ist Manipulation. Mit den richtigen Mitteln kann uns ein Regisseur vom mitfühlenden Betrachter zum Komplizen machen. Das Handwerk ist durch Meister wie Alfred Hitchcock und Fritz Lang über Generationen von Hollywood-Filmemachern hinweg überliefert worden. Regisseur David Fincher macht davon immer wieder meisterhaften Gebrauch. In »Sieben« steigerte er die Spannung ins Unerträgliche, in »The Game« spielte er mit unserer Wahrnehmung und stellte sie in »Fight Club« gründlich auf den Kopf. Ein wenig wirkt sein zehnter Film »Gone Girl« wie die Summe der vorherigen neun. Hier ist nichts, wonach es zunächst aussieht. 

Wie gut kennt man den Menschen, den man liebt, wirklich? Diese Frage stellt sich Nick Dunne (Ben Affleck) an seinem fünften Hochzeitstag. Es ist der Tag, an dem seine Frau Amy (Rosamund Pike) spurlos verschwindet. Unter dem Druck der Polizei und angesichts des wachsenden Medienspektakels bröckelt Nicks Darstellung einer glücklichen Ehe. Durch seine Lügen, Täuschungen und sein merkwürdiges Verhalten stellt sich jeder bald dieselbe Frage: Hat Nick Dunne seine Frau ermordet?  Tatsächlich ist es ein Glücksfall, dass Gillian Flynn ihren Bestseller selbst adaptiert hat. Sie fand den nötigen Abstand, drehte an einigen Stellschrauben, fügte hinzu und entfernte, bis hin zum neuen, bitterbösen Finale. Flynn und Fincher haben begriffen, dass ein guter Roman nicht zwingend einen guten Film ausmacht, wenn man ihn nicht anpasst. Die Musik der Nine-Inch-Nails-Protagonisten Trent Reznor und Atticus Ross, die bereits den dritten Film von Fincher vertonen, unterstützt dezent den Spannungsbogen. David Fincher entwirft ein komplexes Vexierspiel. Da ist es nur konsequent, dass er gemeinsam mit Hauptdarsteller Ben Affleck ein Remake von Hitchcocks Suspense-Klassiker »Der Fremde im Zug« plant. Am Werk des britischen Schwergewichts haben sich schon einige Regisseure verhoben, dem meisterhaften Manipulator Fincher traut man es zu. 
– »Gone Girl« (USA 2014; R: David Fincher; D: Ben Affleck, Rosamund Pike; Fox)

David Fincher

Gone Girl - Das perfekte Opfer

Release: 05.02.2015

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