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Kritik der Kreativität

Gerald Raunig / Ulf Wuggenig (Hg.)

Der von Gerald Raunig und Ulf Wuggenig herausgegebene Band “Kritik der Kreativität” versammelt AutorInnen aus dem Umfeld des Projekts transform, die sich mit der allgegenwärtigen Forderung nach Kreativität auseinandersetzen. Im ersten Teil des Buches finden sich mehrere philosophische Abhandlungen z
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Der von Gerald Raunig und Ulf Wuggenig herausgegebene Band “Kritik der Kreativität” versammelt AutorInnen aus dem Umfeld des Projekts transform, die sich mit der allgegenwärtigen Forderung nach Kreativität auseinandersetzen. Im ersten Teil des Buches finden sich mehrere philosophische Abhandlungen zu “Theorien der Kreativität”, wobei die Kritik der Kunsttheoretikerin Esther Leslie an der marktkonformen und nischenökonomischen Sprache der Cultural Studies am meisten zu überzeugen weiß.


Gerald Raunig leitet den zweiten Block zu “Industrien der Kreativität” mit einer poststrukturalistischen Analyse des Kulturindustrie-Kapitels bei Horkheimer und Adorno ein. Zudem geht Raunig der Frage nach, wie es dazu kommen konnte, dass der ursprünglich negativ besetzte Begriff der Kulturindustrie heute unter dem Label Cultural Industries vor allem positive Assoziationen hervorrufe. Konkreter werden Angela McRobbie und Marion von Osten, die beide seit Jahren kulturwissenschaftliche Untersuchungen der Kreativindustrien betreiben. Anhand ihrer Studien zu Kleinunternehmen von ModedesignerInnen in Großbritannien beschreibt McRobbie nicht nur prekarisierte Beschäftigungsverhältnisse, sondern wagt sich auch an eine Analyse der Kulturpolitik von New Labour. Marion von Osten berichtet über ihre Forschungsarbeit und erklärt, wie sie durch Interviews mit KulturproduzentInnen aus dem Design- und Multimedia-Sektor dazu kam, ehemalige Thesen über die Kulturalisierung der Ökonomie zu revidieren.
Der dritte Abschnitt zu “Prekarisierungen” wird durch Isabell Loreys Text zur Selbst-Prekarisierung von KulturproduzentInnen eingeleitet. Besonders erwähnenswert ist die Erstveröffentlichung eines Gesprächs zwischen dem Multitudes-Herausgeber Yann Moulier Boutang sowie Boltanski und Chiapello, dazu ein Interview mit dem in Deutschland noch nicht allzu bekannten Pierre-Michel Menger. Gleich im Anschluss zeigt der Theoretiker der “immateriellen Arbeit” Maurizio Lazzarato, der neben Paolo Virno auch für die meisten AutorInnen dieses Bandes einen Fluchtpunkt bildet, ziemlich überzeugend die Grenzen von Menger als auch Boltanski und Chiapello auf. Wer sich für die Schnittstellen von Mikropolitik und neoliberaler Subjektivität, kognitivem Kapitalismus und postoperaistischer Theorie interessiert, wird um dieses Buch nicht herumkommen.

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