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Abschied von einer Ikone

George A. Romero ist tot

George A. Romero, Horrorfilm-Pionier und Regisseur von »Night Of The Living Dead«, ist im Alter von 77 Jahren verstorben. (Foto: Mike Rollerson)
Geschrieben am
Leerer Blick, robotische Bewegungen und hypnotisiertes Auftreten – so sah bis weit in die Sechzigerjahre das allgemein akzeptierte Erscheinungsbild des Zombies aus. Keine von den Toten zurückgekehrten Freaks mit entstellten Gesichtszügen, grotesk verdrehten Gliedmaßen und in blutigen Fetzen herunterhängenden Hautpartien, sondern von Flüchen, schwarzer Magie oder extraterrestrischen Kräften versklavte Geister. Gestalten, die aus heutiger Sicht kaum noch etwas mit dem modernen und popkulturell geprägten Bild des Wiedergängers zu tun haben. Das haben wir fast ausschließlich George A. Romero zu verdanken, der mit »Night Of The Living Dead« im Jahr 1968 die Blaupause für die Entwicklung schuf und zugleich eine völlig neue Form des politisch subversiven Horror-Kinos entwarf. »Bei ihm war der torkelnde Untote nicht mehr das exotische Andere. Vielmehr griff Romero die Rassen- und Studentenunruhen während des Vietnamkriegs auf und setzte auf dokumentarisch anmutenden Realismus ohne Happyend«, merkte Regisseur Jörg Buttgereit dazu in Intro #167 an. Nun ist der stilbildende Filmemacher im Alter von 77 Jahren an den Folgen einer kurzen aber aggressiven Krebserkrankung gestorben, wie sein Management mitteilen lässt.
Das Debüt und Magnum Opus von George A. Romero ging nicht ohne Reibung in den Kanon ein und galt vor allem zu Beginn vielerorts als anstößiger Schund. Erst mit den Vorführungen in den sogenannten Mitternachts-Kinos und der Wahrnehmung in den politisierten Studentenkreisen erschloss sich das volle Potential von »Night Of The Living Dead«. Eine Formel, die Romero einige Jahre Später mit der Fortsetzung auch zum kommerziellen Durchbruch verhelfen sollte. Nach Geheimtipps wie »Martin« und »The Crazies« gelang ihm 1978 mit »Dawn Of The Dead« nämlich der erste Box-Office-Hit – und ein bis heute in vielen Kreisen verehrter Klassiker, der nicht zuletzt auch im Jahr 2004 von Zack Snyder neu interpretiert wurde. Ein Erfolg, an den Romero bis heute nicht mehr anknüpfen konnte, wenngleich er den Zombies nach einigen Genre-Exkursen in den Achtziger- und Neunzigerjahren eine durchaus solide, zweite Trilogie widmete, die 2005 mit »Land Of The Dead« begann. Der 2009 erschienene Abschluss »Survival Of The Dead« sollte ironischerweise sein letzter Film sein, erzählte uns der Regisseur doch vor einigen Jahren noch selbst, dass er durchaus darunter leide, immer nur als der Zombie-Vater gesehen zu werden. Bleibt zu hoffen, dass die Aufmerksamkeit durch seinen Tod auch auf Filme wie »Martin« oder »Knightriders« gelenkt wird – Projekte abseits des Untoten-Kults, die ihm persönlich sehr am Herzen lagen.

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