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Blaue Pillen, Bigbeatland, Der Wanderer im Eis

Frederik Peeters, Andreas Michalke, Jiro Taniguchi

Aller Anfang ist leicht, zumeist, wenn zwei Menschen sich frisch verlieben. Als der Genfer Comiczeichner Frederik Peeters endlich mit seiner großen Liebe zusammenkommt, wähnt er sich im siebten Himmel. Umso größer ist der Schock, als er erfährt, dass Cati HIV-infiziert ist. In dem autobiografischen
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Aller Anfang ist leicht, zumeist, wenn zwei Menschen sich frisch verlieben. Als der Genfer Comiczeichner Frederik Peeters endlich mit seiner großen Liebe zusammenkommt, wähnt er sich im siebten Himmel. Umso größer ist der Schock, als er erfährt, dass Cati HIV-infiziert ist. In dem autobiografischen Comic “Blaue Pillen” berichtet Peeters eindringlich über den schwierigen Balanceakt im alltäglichen Umgang mit der Krankheit zwischen Verdrängen und Akzeptieren. Zwar wünscht man sich, dass Peeters seinen kraftvollen und dynamischen Strich des Öfteren für expressivere Darstellungen nutzen würde, dennoch hinterlässt “Blaue Pillen” sowohl zeichnerisch als auch erzählerisch einen nachhaltigen Eindruck. Da der Comic weder vordergründig belehrend ist, noch sich in der Betroffenheitsfalle verfängt, gelingt es ihm, die hinderliche Distanz zu meistern, die andere Arbeiten zu diesem Thema größtenteils auszeichnet.
Andreas Michalke ist der Haus- und Hofcomiczeichner der deutschen Subkultur. Bereits in frühen Arbeiten behandelte er das Paradox der Jugendkulturen, die oft Karikaturen ihrer eigenen modischen, musikalischen und politischen Vorgaben sind, obwohl sie eigentlich gegen jegliche Dogmen ankämpfen. Seit mehr als vier Jahren zeichnet Michalke für die Jungle World “Bigbeatland”, einen Comic-Strip, der nun als Sammelband erhältlich ist. Darin greift er aktuelle kulturelle und politische Ereignisse auf und inszeniert sie ironisch in seinem subkulturellen Figurenensemble aus Punks, Feministinnen, Linksradikalen und opportunistischen Mitläufern. “Bigbeatland” ist eine grandiose Underground-Soap, in der Klischees, Ideologien und Selbstentwürfe der Jugendkulturen konterkariert und auf ihre Widersprüche hin demaskiert werden.
Ein für deutsche Manga-Publikationen ungewöhnliches Bild ziert das Cover von Jiro Taniguchis “Der Wanderer im Eis”. Keine überdimensionierten Augen oder weibliche Geschlechtsorgane dominieren es, stattdessen ist ein Elch im Hochgebirge zu sehen. In seinem virtuosen Zeichenstil vereint Taniguchi japanische und westliche Comickulturen, indem er die Dynamik der Manga mit der frankobelgischen ligne claire und den dichten Texturen eines Moebius’ synthetisiert. Sein erster auf deutsch erhältliche Manga versammelt sechs Kurzgeschichten, die, abgesehen von einer Ausnahme, Mensch und Natur in eine mythologische Beziehung setzen und in ruhigen ausdrucksstarken Szenarien um die zentralen Motive Fremdheit und Vertrautheit, Gefahr und Geborgenheit kreisen.




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