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Erwachsenwerden in den Sommerferien

»Ein Sommer am See«

Im Graphic Novel »Ein Sommer am See« von Mariko und Jillian Tamaki sind die Ferien der Rahmen für eine Coming-Of-Age-Geschichte, die gleichzeitig Melancholie wie Optimismus weckt. Die Idee ist nicht neu, aber wunderschön umgesetzt.
Geschrieben am
Awago Beach ist ein Sehnsuchtsort, mit lokalen Spezialitäten, die nur in den Ferien gut schmecken und ein Ort, an dem »...das Bier an Bäumen wächst und jeder bis 11 Uhr schlafen kann«, wie Roses Vater zu sagen pflegt. Rose und ihre Familie fahren jeden Sommer nach Awago Beach. So lange schon, dass Rose dort eine Ferienfreundin namens Windy hat und jeder Sommerurlaub ein Meilenstein im Leben wird. Der Punkt im Jahr, an dem man innehält und überlegt: Was hat sich in den zwölf Monaten hier geändert?

In Roses Fall: Viel. Denn sie steckt mitten in der Pubertät. Rose schwankt zwischen der Lust, mit Windy eine Sandburg zu bauen und der danach, die älteren Jungs aus dem Ort zu beeindrucken. Doch die haben ihre eigenen Probleme, wie Rose bald merken muss. Auch ihre Eltern haben mit Entscheidungen und Streit zu kämpfen. Es geht um den Wunsch nach weiteren Kindern und der ewigen Hoffnung, dass ein Urlaub die alltäglichen Probleme lösen könnte. Kann er natürlich nicht, auch wenn Roses Vater es sich noch so sehr wünscht, die alten Gewohnheiten aufleben lässt und versucht, Rose in Sicherheit zu wägen, ihr das Gefühl zu geben, alles sei ok.

Die Cousinen Mariko und Jillian Tamaki nehmen die Leserinnen und Leser mit an diesen Ort, der allen, die schon mal mit ihren Eltern Urlaub gemacht haben, bekannt vorkommt. Die ewig gleichen Sehenswürdigkeiten, Jahr für Jahr noch einmal besucht und die Dorfkids, die sich in der Sommersaison aufspielen und eigentlich doch selber nur weg hier wollen, weg von dem Ort, der für andere das Ziel eines ganzen Arbeits- und Schuljahres ist. An einer Stelle lassen die Tamakis Rose dies perfekt auf den Punkt bringen. Sie erzählt, dass ihre Familie einmal im Winter her kommen musste und sie wollte nicht mit, stellte sich krank: »Ich wollte nur das allerschönste Bild von diesem Ort in Erinnerung behalten«, sagt sie. 

Vieles in »Ein Sommer am See« erinnert an Craig Thompsons modernen Graphic-Novel-Klassiker »Blankets«. Neben den offensichtlichen thematischen Parallelen gibt es auch ästhetische. Sowohl die beiden Tamakis als auch Thompson lassen ihren Geschichten viel Platz auf den Seiten, ziehen Bilder auf die Größe einer Doppelseite. Damit setzen sie starke Akzente und lassen Raum für Interpretation. Außerdem sind die Zeichnungen schlicht schön, mit viel Liebe zum Detail und vor allem viel Liebe zu seinen Charakteren: Roses Mutter, deren Augen meist hinter einer großen Brille verschwinden, Roses Vater, der etwas pummelige Mann, der in Gegenwart seiner Tochter den Gute-Launa-Papa gibt und Windy, die ständig tanzt und hüpft und noch einen Rest Kindheit in diesen Sommer hinein trägt – sie alle wachsen einem beim Lesen ans Herz.  

Mariko und Jillian Tamaki schaffen es, dieses Gefühl zwischen Freiheit und Melancholie in den Sommerferien so präzise zu vermitteln, wie es zuletzt vielleicht Stephen King mit »Stand By Me« zu tun wusste. Und das ist ganz schön lange her.

Wir verlosen drei Exemplare von »Ein Sommer am See«. Hier könnt ihr direkt mitmachen. Einsendeschluss ist Sonntag, 02.08.15.  
Teilnahme ab 18 Jahre. Einsendeschluss ist der 02.08.2015. Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mariko Tamaki

Ein Sommer am See

Release: 16.07.2015

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