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Als noch Menschen die Post holten

Ein Gespräch mit den Kids aus »Stranger Things«

Der Erfolg der Netflix-Mystery-Serie »Stranger Things« machte Kinder zu Stars und katapultierte die unkaputtbaren 1980er-Jahre zurück ins öffentliche Bewusstsein. Vor dem Start der zweiten Staffel sprach Patrick Heidmann am Set in Atlanta mit Eleven-Darstellerin Millie Bobby Brown und den übrigen Kids über die Eighties, Ruhm – und die Rolle von Winona Ryder.
Geschrieben am
Zwar sitzen wir gerade am Set der zweiten Staffel von »Stranger Things«, aber von der Handlung habe ich nichts mitbekommen. Könnt ihr mir etwas über die neuen Folgen verraten? 
Caleb McLaughlin: Da musst du noch etwas Geduld haben. Bis zum Herbst ist es ja nicht mehr so lange hin.
Finn Wolfhard: Wir verraten nichts.

Gibt es große Unterschiede zum Fantasy-Plot der ersten Staffel, in der Will Byers verschwindet und von seiner Mutter und seinen Freunden gesucht wird?
Millie Bobby Brown: Das würde ich schon sagen. Insgesamt gibt es zwar keine großen Überraschungen, und das mysteriöse Wesen von »Stranger Things« bleibt unverändert. Aber die zweite Staffel ist eine ganze Ecke düsterer. Und gleichzeitig emotionaler.
Noah Schnapp: Ein kleines bisschen gruseliger.

Im Internet machen die wildesten Fan-Theorien die Runde. Da geht es auch um das Schicksal eurer Figuren. Habt ihr das verfolgt?
Gaten Matarazzo: Oh ja. Und viele Theorien sind richtig cool. Als wir die ersten Drehbücher für Staffel 2 zu lesen bekamen, war ich erstaunt, dass einige Fans im Netz gar nicht so falsch lagen. Manche natürlich schon. Auch wenn deren Ideen genauso toll waren.
FW: Die ganz Krassen haben richtige Drehbücher geschrieben. Man hätte eine komplette Staffel mit den Geschichten drehen können. Supercool, wie viel Zeit und Leidenschaft da drinsteckt.  

Woran liegt es wohl, dass das geheimnisvolle Mädchen Eleven und die anderen Kids bei den Fans von »Stranger Things« so gut ankommen?

MBB: Eleven ist ein Freak. Eine Außenseiterin. Und sie wehrt sich nicht dagegen. Dafür lieben sie die Jungs in der Serie – und offensichtlich auch die Zuschauer. »Sei einfach du selbst!« Das ist für mich ihre Botschaft. Deswegen hat sie auch abrasierte Haare und kein Problem damit.
NS: Den Leuten gefällt unsere Freundschaft. In der Serie unternehmen die anderen gemeinsam alles, um mich wiederzufinden.  

Seid ihr auch privat befreundet?
 
GM: Ja. Es blieb uns auch nichts anderes übrig, nachdem wir den Wahnsinn der ersten Staffel von Anfang an zusammen erlebt hatten. Bei der Arbeit an den neuen Folgen hat man gemerkt, wie sehr uns die Erfahrungen des letzten Jahres zusammengeschweißt haben.
MBB: Wir haben immer einen Riesenspaß miteinander. Egal, ob wir als Gruppe bei den Golden Globes auftreten oder unsere Kostümbildnerin mit einem Telefonstreich verarschen und so tun, als würde die Location für ihre Hochzeitsfeier abgesagt. Wir sind wie Geschwister.
Inzwischen werden sehr viele Serien produziert – und nicht jede ist ein großer Hit. Wann wurde euch klar, dass »Stranger Things« eingeschlagen hat?
NS: Schon ein paar Tage, nachdem Netflix mit der Ausstrahlung begonnen hatte, kamen Leute auf der Straße auf mich zu und wussten, wer ich bin. Das fand ich verrückt.
GM: Aber wussten die wirklich, wer du bist? Ein Großteil der Fans weiß bis heute nicht, wie ich heiße. Manche erinnern sich nicht einmal an meinen Serien-Namen. Die rufen: »Cool, der Junge mit dem Cap und ohne Zähne aus Stranger Things‹!«
MBB: Zuerst fiel mir auf, dass die Zahl meiner Instagram-Follower stieg. Plötzlich schrieben mir wildfremde Menschen private Nachrichten. Als sich dann auch noch Kindheitsfreunde meldeten, von denen ich seit Jahren nichts mehr gehört hatte, war klar, dass etwas Besonderes passiert war.

Habt ihr euch inzwischen an den Ruhm gewöhnt?
CM: Neulich kam ich am Flughafen an, da riefen plötzlich 30 Mädchen meinen Namen und wie sehr sie »Stranger Things« lieben. Daran werde ich mich nie gewöhnen. Aber ansonsten finde ich eigentlich alles ganz cool. Vor allem, weil die Reaktionen überwiegend positiv sind. Hass erlebe ich kaum, auch online nicht.
GM: Aber manche Fans sind in ihrer Begeisterung schon ganz schön aggressiv. Zumindest kann ich mich darauf verlassen, dass immer jemand an mir vorbeiläuft, der laut ruft: »Guckt mal, Dustin aus ›Stranger Things‹!« Das ist anstrengend, wenn ich lieber unerkannt in der Öffentlichkeit unterwegs sein will.
FW: Manche Erlebnisse sind einfach kurios. Neulich war ich abends im Supermarkt – mit Sonnenbrille auf der Nase. Was schon absurd genug ist. Und natürlich wurde ich trotzdem erkannt. Oder gerade deswegen? Jedenfalls wollte eine Frau ein Selfie mit mir machen und schoss ein Bild nach dem anderen. Nach den ersten paar Versuchen meinte sie, das Licht sei zu schlecht, weswegen wir uns ein paar Mal woanders hinstellen mussten. Am Ende hatten wir sieben oder acht verschiedene Fotos gemacht. Im Weggehen sagte sie dann: »Ich wünschte, ich hätte Eleven getroffen.«
GM: Oh mein Gott, wirklich? Alter, das ist ja super! Die beste Geschichte aller Zeiten. Warum hast du mir das noch nie erzählt? Ich lache mich schlapp ... Mike statt Eleven, was für eine Enttäuschung! Hahaha ...
  
Was ist der schönste Nebeneffekt der Berühmtheit?
MBB: Wahrscheinlich der Moment, als ich Leonardo DiCaprio getroffen habe. Den liebe ich! Und weißt du, was er zu mir sagte? »Du bist eine fantastische Schauspielerin!« Wahnsinn, oder?
GM: Tom Hanks zu treffen war auch cool.
CM: Auf jeden Fall. Und Michael B. Jordan. Er ist ein Vorbild für mich.

Ähnliche Begeisterung löst bei vielen »Stranger Things«-Fans eure Kollegin Winona Ryder aus. Wie ist euer Verhältnis zu ihr?
CM: Sie ist sehr fürsorglich und kümmert sich richtig gut um uns. Wahrscheinlich, weil sie selbst schon als Kind vor der Kamera stand und weiß, wie sich das anfühlt.
FW: Ich frage sie auch tatsächlich manchmal um Rat. Ein bisschen ist sie am Set unsere Ersatzmutter. Aber cool.
NS: Außerdem hat sie echt gute Tipps auf Lager. Ich werde nie vergessen, was ihr Trick ist für Szenen, in denen man so tun soll, als würde man sprechen, obwohl man keine Dialogsätze hat. Wenn man bloß im Hintergrund zu sehen ist oder so. Wahrscheinlich hätte ich bloß meinen Mund auf- und zugemacht. Aber dank Winona weiß ich, dass das unecht aussieht. Sie murmelt in solchen Szenen immer »Karotten und Erbsen, Rhabarber ... Karotten und Erbsen, Rhabarber ...« Das mache ich seitdem auch – und das Ergebnis ist super!

Ein Grund für den Erfolg von »Stranger Things« sind die vielen Anspielungen auf Filme aus den 1980er-Jahren. Mögt ihr die Filme aus dieser Zeit?
NS: Als wir für die erste Staffel zum Casting kamen, hingen an den Wänden Poster von »E.T.«, »Die Goonies« und auch »Der weiße Hai«. Die sollten wir uns zur Vorbereitung anschauen.
MBB: Ich liebe »E.T.«!
CM: »Die Goonies« ist aber auch ziemlich cool. Und »Stand By Me«.
GM: Ich stehe auf »Nightmare On Elm Street«.
FW: Typisch Achtziger sind die Komödien von John Hughes. Ich liebe diese Highschool-Geschichten und finde es verrückt, dass das Mainstream-Erfolge waren. Wenn man sich anguckt, was die Leute heute so im Kino gucken, wirkt »Pretty In Pink« wie ein richtiger Arthouse-Film.

Sind die Achtziger nicht eine andere Welt für euch?
GM: Ein bisschen schon. Das waren echt andere Zeiten. In der Serie fahren wir allein mit dem Fahrrad zur Schule. Macht das heute noch jemand?
CM: Wir durchstreifen in »Stranger Things« tagelang den Wald auf der Suche nach unserem Freund. Heute schaffen es die meisten Leute zu Fuß kaum mehr weiter als bis zu ihrem Auto in der Einfahrt.
GM: Es gibt sogar schon Roboter, die man zum Briefkasten schicken kann, um die Post hereinzuholen!
FW: Die Fans erzählen uns ganz oft, dass wir in »Stranger Things« ihre Jugend nacherleben. Ist doch cool.
CM: Ich sage dann immer: »Das ist auch die Jugend unserer Eltern.« Ist immer für einen betroffenen Lacher gut, weil sich dann alle ein bisschen alt fühlen!
— »Stranger Things – Staffel 2« läuft ab 27. Oktober 2017 auf Netflix

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