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»Die singen doch nicht etwa die ganze Zeit?«

Damien Chazelle über »La La Land«

Ein Jazzpianist und eine Schauspielerin verlieben sich ineinander – und in Los Angeles. So wie sich auch »La La Land« Regisseur Damien Chazelle in die Stadt verliebte. Patrick Heidmann sprach mit ihm über seinen Hit »Whiplash« und andere Musicals.
Geschrieben am
Viele Filmemacher deiner Generation geben das New-Hollywood-Kino der 1970er-Jahre als größte Inspiration an. Ist »La La Land« der Beweis dafür, dass du eher ein Fan von Musicals bist?
Ich liebe Musicals. Wobei das keine Prägung aus meiner Kindheit ist. Begeistert habe ich mich für Fred Astaire, Ginger Rogers und »Singing In The Rain« erst, als ich am College war. Das Erweckungserlebnis war für mich kein Hollywoodfilm, sondern »Die Regenschirme von Cherbourg« von Jacques Demy. Ich saß im Kino und dachte: »Die singen doch nicht etwa die ganze Zeit!« Anderthalb Stunden später war ich platt. Mich hatte noch nie ein Film so umgehauen.
Was macht das Musical für dich zum besonderen Filmgenre?
Die Künstlichkeit der Erzählung und die Wahrhaftigkeit der Gefühle schließen sich im Musical nicht aus. Damit ist es anderen »unrealistischen« Genres ähnlich. Wie Science-Fiction- oder Fantasy-Geschichten ist ein Musical bestens geeignet, von echten Gefühlen zu erzählen, die wir alle kennen. Genau das habe ich mit »La La Land« versucht.

Die goldenen Zeiten des Musicals sind vorbei. War es schwierig, Produzenten für »La La Land« zu gewinnen?
Die erste Drehbuchversion schrieb ich 2010. Ich musste einige Jahre Überzeugungsarbeit leisten. Mein Glück war es, dass ich dann »Whiplash« drehte, der erfreulich gut ankam. Einer dieser Momente, in denen sich Türen öffnen, weil ein kleiner Film Erfolg hat.
Musstest du Kompromisse eingehen?
Nachdem Ryan Gosling und Emma Stone als Hauptdarsteller dazu stießen, musste ich Veränderungen vornehmen, weil die Protagonisten ursprünglich ein klein wenig jünger waren. Auch ansonsten habe ich mit den beiden intensiv daran gearbeitet, ihre Figuren durch eigene Erfahrungen zu unterfüttern. Aber die Musicalnummern sind noch immer die gleichen wie 2010.

Wie lief die Zusammenarbeit mit dem Komponisten Justin Hurwitz? 
Nachdem er die Grundgeschichte gelesen hatte, komponierte Justin gleich das Liebesthema, das sich durch den Film zieht. Später gab ich ihm immer die neusten Seiten, wenn ich konkrete Szenen schrieb. Er wusste, an welchen Stellen ich Musicalnummern haben wollte. Aber es kam auch vor, dass er mir von sich aus eine Melodie vorspielte. Dann schauten wir gemeinsam, ob und wo sie zum Einsatz kommen könnte.

»La La Land« ist auch ein Film übers Kino. Wie viele persönliche Erfahrungen stecken in der Story?
Bevor ich mit dem Schreiben anfing, hatte ich mich drei Jahre lang ohne viel Erfolg durchgeschlagen. Bei mir ging es zwar nicht um erfolglose Vorsprechen oder Musikerjobs wie im Film, sondern um Drehbuch- und Regieaufträge, die ich nicht bekam, aber dieses Gefühl, in der richtigen Stadt zu sein und trotzdem wie durch eine Glasscheibe auf das Geschehen zu schauen, kannte ich gut. Bis heute gibt es Momente, in denen meine Beziehung zu dieser Stadt eine Hassliebe ist. Aber meistens kann man eher von einer großen Liebe sprechen.
»La La Land« USA 2016 R: Damien Chazelle; D: Emma Stone, Ryan Gosling, Aimée Conn; Kinostart: 12.01.17; Studiocanal

Various Artists

La La Land (Original Motion Picture Soundtrack)

Release: 09.12.2016

℗ 2016 Interscope Records

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