×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

Intro Die Woche

Jetzt für den Newsletter anmelden

*
*
*
. .
×

Niedliche Riesenschnecken

Anja Rützel über »Saturday Night Biber«

Sie kann Hühner dressieren, Falken ausstopfen und ist ausgebildete Biberberaterin. Die Journalistin und Autorin Anja Rützel hat nicht nur ein Herz für Tiere, sondern auch für Trash-TV. Julia Brummert traf sie in Berlin.
Geschrieben am
Vermutlich ist es ihr zu verdanken, dass man TV-Formate wie den »Bachelor« nicht mehr nur heimlich guckt. Bekannt wurde Anja Rützel durch ihre Kolumnen für Spiegel Online, insbesondere durch ihre Berichterstattung über das alljährliche »Dschungelcamp«: »Viele Leute behaupten glaubhaft, dass sie die Sendungen gar nicht gucken, über die ich schreibe, sondern nur meine Texte lesen«, sagt sie beim Gespräch in einem Café in Friedrichshain. »Ich denke, dass man dann doch rein gar nichts versteht. Aber anscheinend mögen es die Leserinnen und Leser, wenn es ein bisschen obskur ist.«

Neben dem Trash pflegt sie eine weitere große Leidenschaft: Sie liebt Tiere. Deshalb hat sie zahlreiche Seminare rund um Tiere besucht. In ihrem Buch »Saturday Night Biber« sind all die tatsächlich erlebten Geschichten über die Freundschaft zu Ameisenbär Ernst-Einar, Kuhkuscheln oder Biber-Seminare versammelt. An sich wäre das schon schräg genug, aber Anja Rützels detailverliebter Schreibstil und ihr Hang zu Wörtern wie »hutzelig« machen die Reportage-artigen Texte zu einem mindestens ebenso großen Spaß wie ihre Kolumnen.
Als Kind war Anja Rützel zwar eher ein »Drinni, der immer nur gelesen hat«, wie sie sagt, aber mit Tieren konnte sie schon damals sehr gut – im Gegensatz zum Rest der Familie. Sie wollte gern einen Hund haben, durfte aber nur einen Wellensittich halten. Erst 40 Jahre später hat sie sich ihren Kindheitstraum erfüllt. Juri liegt beim Interview unter dem Tisch, ein ehemaliger Straßenhund, der zwar viele tolle Tricks könne, aber laut Anja Standards wie »Bei Fuß« nicht so gut draufhabe. Sehr sympathisch. Tiere müssen nicht niedlich sein, damit Anja sie mag. Neben Juri hatte sie auch mal Kakerlaken und heute Riesenschnecken als Haustiere. Letztere hat sie eigentlich nur für einen Artikel angeschafft, aber sie auszusetzen würde ihren Tod bedeuten, also wohnen sie jetzt mit Anja in Berlin-Friedrichshain: »Sie sind erstaunlich niedlich, bei den Großen erkennt man die Gesichter gut«, sagt sie. »Ich interessiere mich sehr für einen Kurs, in dem es um Riesenschnecken als Therapie-Tiere geht.« Kakerlaken seien dann doch irgendwie gruselig: »Da kann man die Fortpflanzung nicht kontrollieren. Immer, wenn ich ein paar Tage weg war, hatte ich Angst, dass das Terrarium bei meiner Rückkehr voller Baby-Kakerlaken ist.« Eine Situation wie aus dem »Dschungelcamp«.

Im Moment überlegt Anja, aus Friedrichshain weg zu ziehen, vielleicht an den Rand des Berliner S-Bahn-Netzes. Da wäre mehr Platz für Tiere: » Es gibt Angorahühner, die ein bisschen wie Kaninchen sind, so flauschig. Sie sehen bisschen exzentrisch aus, als hätten sie Hausschuhe an.« Ein paar Schafe wären auch toll – nur Kakerlaken, die vielleicht nicht mehr.

Anja Rützel

Saturday Night Biber

Release: 24.05.2017

Folgt uns auf

  • folgen
    mehr
  • Playlists
    mehr
  • Abos
    mehr
  • folgen
    mehr