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In die Zukunft mit...

...Nada Surf

03.01.2012, 13:23, Text: Julian Gupta, Foto: De Wilde

Nach dreijähriger Auszeit veröffentlicht die Indie-Band Nada Surf ihr neues Album »The Stars Are Indifferent To Astronomy«. Julian Gupta sprach mit Matthew Caws, dem Sänger der Band, über die spürbaren Veränderungen: vom raueren Sound bis zu den neuen Themen.

Wie kommt es, dass das neue Album so laut Rock sagt?
Das hatte viel mit unserem Tontechniker Christopher Shaw und vor allem mit unserem Produzenten John Goodmanson zu tun. Die beiden sind so gut und geschmackssicher, dass ich ihnen blind vertraue. Sie regten ein lauteres Album an, eine gewisse Abkehr von unserer Softness.

Veränderungen bedeuten ja oft, sich auf eine ungewisse Zukunft einzulassen. Geht es darum auch in dem Song »The Future«, der ja nur so von Bildern strotzt?
Ich erinnerte mich beim Schreiben daran, wie ich vor über zehn Jahren durch den Tompkins Square Park in New York spaziert bin und über mein Leben gegrübelt habe. Ich hatte wenig Ahnung, wohin es gehen sollte; das Einzige, was ich mit Gewissheit wusste, waren die banalen Dinge, von denen ich im Song singe: dass ich mal krank werden würde, dass ich mal die U-Bahn verpassen würde. Jetzt, wo ich einen Sohn bekommen habe, beschäftige ich mich wieder mit der Zukunft. Wie wird sie wohl für ihn sein? Ich habe dazu einen großartigen Artikel in der New York Times gelesen, in dem es um unsere Immigration ins Cyberspace geht, dass wir alle in unsere Computer und Telefone ziehen. All das hat zu dem Song geführt. Generell hat sich mein Blickwinkel weg von meiner kleinen Welt hin zu Umwelt- und Zukunftsthemen gedreht.

Du hast es gerade angesprochen: das Cyberspace als die ultimative Zukunftsvision. Hättest du dir vor zehn Jahren im Park so einen Einfluss des Internets vorstellen können?
Natürlich nicht. Als ich angefangen habe, Musik zu machen, gab es ja nur Vinyl und Tapes. Durch die CD hat sich auch erst mal nicht viel verändert. Aber dann kam das Internet und mit ihm diese gigantische Informationsflut. Wusstest du, dass sich die Anzahl der Web-Pages alle paar Monate verdoppelt? Was mich früher besonders fasziniert hat, war das Mysterium, das jeden Künstler umgeben hat. Wenn du ein Musikstück gehört hast, hattest du nicht die Möglichkeit, wenige Sekunden später herauszufinden, wie der Künstler aussieht und wie viele Facebook-Fans er hat.

Meine Schwester schenkte mir vor Jahren eine Whitelabel-Schallplatte, auf der auch keine Credits standen. Als ich sie anhörte, fand ich die Band wahnsinnig gut. Also machte ich meinen PC an, um herauszufinden, wer das sein könnte. Dann habe ich mich aber umentschieden und habe den Rechner wieder ausgeschaltet, um das Mysterium um diese Band zu erhalten. Auf der anderen Seite haben die Veränderungen in der Musikindustrie auch Vorteile für uns gebracht, weil wir unsere Platten selbst veröffentlichen können und nie mehr eine Pause einlegen müssen, weil wir keinen Deal mehr haben.

Termine Nada Surf
25.02.2012 München, Backstage » Details | Merken | Anreise
26.02.2012 Berlin, Huxley's » Details | Merken | Anreise
27.02.2012 Hamburg, Markthalle » Details | Merken | Anreise
28.02.2012 Köln, Live Music Hall » Details | Merken | Anreise

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aus Intro #199 (Februar 2012)
 
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