Neue Bands für 2012
Teil 5: Supershirt
14.11.2011, 16:53, Text:
linus volkmann
Ein Ausblick, was euch im nächsten Jahr an spannenden Künstlern und neuen Alben erwartet. Teil 5: Supershirt aus Rostock/Berlin.
Das Trio verbindet das Indietrauma prekäres Leben mit der Endzeit-Alternative Partyleben. Mittlerweile ist es beim dritten Album angekommen – und der Trend zeigt steil nach oben: Die Texte rollen deutlich souveräner als in den Anfangstagen 2004, die Beats machen nicht mehr auf HipHop, sondern gehen so geil ab wie bei Frittenbude.
Herkunft: Rostock / Berlin
Genre: Electro
Bandmitglieder: 3
Besondere Vorkommnisse: Haben mit dem Track »8000 Mark« von ihrem zweiten, gleichnamigen Album die Wirtschaftswissenschaften aufgewühlt und den Einheitspreis eingeführt.
Aktuelles Album: »Kunstwerk« (Audiolith / Broken Silence)
Was hat 2011 für euch für Erkenntnisse gebracht?
Es gab sehr viele Erkenntnisse, aber die drei wichtigsten waren: Für eine gute Tour braucht man nur eine Zweitgitarre, Doppelherz Sport Direct und einen Schwager als Tonmann.
Was war der geilste Moment für euch als Musiker dieses Jahr?
Als wir während unserer Show beim Dockville unsere völlig verschlammten Gummistiefel in die lechzende und danach gierende Menge warfen. In ganz Hamburg und Umgebung waren Gummistiefel wegen Starkregen schon seit Tagen ausverkauft.
Was ist euer persönlicher Masterplan für 2012?
Wir casten eine Band. Sie wird perfekter sein, als es eine natürlich geformte Band je sein könnte. Sie wird sehr erfolgreich und uns unseren demnächst beginnenden Lebensabend finanzieren. Sie heißt Die Besetzung!
Was waren eure drei Lieblingsalben des Jahres?
Totally Enormous Extinct Dinosaurs »Prehistory II«. Black Lips »Family Tree«. K.I.Z »Urlaub fürs Gehirn (Economy Version!)«.
Ihr seid auf dem Label Audiolith. Wie hält man das denn so aus mit der Bande?
Als Teil und im Schutz der Bande lebt es sich sehr gut. Aber als AußenstehendeR hat man sicher sehr viel Angst und muss starke Schmerzmittel einnehmen.
»Besser Scheitern« wie überhaupt etliche Stücke in eurem Katalog sprechen dem Schlingensief’schen Momentum des »Scheiterns als Chance« zu und atmen diesen Thees-Uhlmann-Gestus von Sich-nicht-unterkriegen-lassen. Wie kommt es zu diesem Mix aus entwaffnender Ehrlichkeit und störrischem Weitermachen?
Das stimmt. Dazu kommt bei uns noch das Braun’sche »Wer kriecht, kann nicht stolpern«. Es ist ja nicht so, dass wir die Wahl hätten. Wir werden von einer Wand aus Zeit durch die fehlerhafte Gegend geschoben, und je weniger man sich bewegt, desto mehr Hürden reißt man. Das dann zu verherrlichen ist eher ein Slogan zur Selbsttherapie wie »arm, aber sexy«.
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