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In der Pixelhölle mit...

Anthony Michael Sneed

29.04.2011, 16:40, Text: Jan Bojaryn, Foto: Intro

In Anthony Michael Sneeds Gemälden zu fiktiven Videospielen koksen Mitglieder des Ku-Klux-Klans, richten Spieler das Fadenkreuz auf JFK oder spähen onanierend durch Schlüssellöcher. Jan Bojaryn sprach mit dem in Brooklyn lebenden Maler über seine kontrovers diskutierten Werke in Pixelästhetik.

Bist du mit dem Echo auf die „Game Paintings“ zufrieden?
Die »Game Paintings« provozieren eine unmittelbare Reaktion. Tiefere Bedeutungen werden eher übersehen.Leute lesen den Text im Bild, lachen und gehen weiter. Das Echo ist generell positiv, schon nach nur einer Ausstellung.




Du machst ja auch Videoinstallationen und Mosaike aus Lego. Suchst du gezielt nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten?
Ich sehne mich danach, das nächste Medium zu finden, das den Geist meiner Arbeit einfängt. Besonders, wenn ich in meinem bisherigen Leben schon mal damit gearbeitet habe und jetzt Kunst damit machen kann. Es macht mich dann wirklich glücklich, eine neue Anwendung für ein Medium zu finden, von der ich nie wusste. Gerade arbeite ich viel mit Holz, und das sind meine bisher besten Arbeiten. Ich liebe es, die sauberen Linien auf das unregelmäßige Holz zu malen.

Was fasziniert dich so an groben Rastern und 8-Bit-Ästhetik?
Wie eine Welt in einer Palette aus acht Farben und Pixeln existieren kann. Fast alles wirkt gelassener und niedlich.

Und diese Nostalgie oder Realitätsflucht willst du angreifen?
Genau. Die Gegenüberstellung von einfachen und superfreundlichen Welten mit echten, erschreckenden Problemen ist etwas, das mich besonders berührt, ich glaube, auch unsere ganze Generation. Mir ist aufgefallen, dass ältere Generationen ohne Videospiel-Erfahrung die Bilder vielleicht mögen, aber kaum verstehen. In unserer Generation ist diese Bildersprache so fest verankert, dass wir sofort die richtigen Bezüge herstellen.

Wenn man sich die »Game Paintings« als Screenshots vorstellt, hast du dann auch Spiele vor Augen?
Ja, deswegen habe ich »JFK« und das 9/11-Bild »Before & After« auch animiert. Die Animationen waren eigentlich gar nicht als Videos geplant, das wollte die Galerie so. Ich wollte kleine Daumenkinos machen, aber jetzt ist die Game-Serie auch abgeschlossen.

Spielst du selbst?
Mit neueren Spielen habe ich ganz bewusst aufgehört. Mir sind der Aufwand und das Suchtpotenzial zu hoch. Ich war beim Spielen zu oft ganz woanders und habe nicht mehr gearbeitet. »Halo 2« hat mich tatsächlich dazu gebracht, eines Tages meine Xbox aus dem vierten Stock zu schmeißen, weil es mich so angepisst hat. Ich habe ein NES und ein brandneues Super NES. Jetzt spiele ich nur noch die alten Sachen. Meine nächste Anschaffung ist ein Sega Mega Drive.
 

anthonysneed.com

Bilder seiner Ausstellung
»Hell For Hire«: www.artjail.com



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aus Intro #192 (Mai 2011)
 
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