SXSW 2011
Checkt das, neue Bands: The Head And The Heart
26.04.2011, 15:59, Text:
Thomas Venker
Das South By Southwest Festival (SXSW) in Austin bildet jedes Jahr im März den Startschuss für die internationale Festivalsaison. Thomas Venker sichtete das Feld.
The Head And The Heart
Kollektiv / Jam-Session / Stubenhocker
www.theheadandtheheart.com
Album: »The Head And The Heart« (Sub Pop / Coop / Universal)
Check: Kommen aus Seattle, der ehemaligen Grunge-Hauptstadt, und veröffentlichen auf dem Über-Grunge-Label Sub Pop. Dessen Sound steht allerdings mittlerweile eher für Neo-Hippies, konventionelle Songwriter und Indierocker. The Head And The Heart passen somit bestens rein.
Besondere Kennzeichen: Haben sich in Seattle beim Open-Mic-Abend in einem Irish Pub namens Conor Byrne kennengelernt. Dort organisierte Josiah Johnson, heute einer der beiden Sänger von The Head And The Heart, eine wöchentliche Session – und castete so peu à peu seine Band zusammen. Diese besteht neben ihm aus dem zweiten Sänger Jonathan Russell, der Backgroundsängerin Charity Thielen, dem Pianisten Kenny Hensley, dem Schlagzeuger Tyler Williams und dem Bassisten Chris Zasche.
Gesehen: Austin Convention Center, 17.03.2011
Wie fühlt sich das an, als Newcomer mit so vielen anderen in dieses Haifischbecken SXSW geschmissen zu werden?
Kenny Hensley: Man muss eben so oft wie möglich spielen, aber lohnen tut es sich auf jeden Fall. Abseits davon spielen hier so viele tolle Bands – was will man mehr.
Was bedeutet es euch denn, auf Sub Pop zu sein?
Charity Thielen: Einige von uns wollten unbedingt auf das Label. Ich bin in Seattle aufgewachsen. Sub Pop war hier immer sehr präsent, für uns ist es quasi die Musikindustrie. Das Label hat so ein großes Repertoire wichtiger Bands.
KH: Es ist verrückt. Ich bin zwar nicht in Seattle aufgewachsen, sondern komme aus Los Angeles, aber bei uns in der Highschool standen viele auf die Sub-Pop-Bands. Ich kann es immer noch nicht glauben: Ich bin erst vor anderthalb Jahren in den Norden gezogen, um mich auf Musik zu konzentrieren, und schon bin ich auf dem Label.
Wie hat man sich die Szene in Seattle heute denn vorzustellen?
CT: Es gibt eine sehr lebendige Szene. Der Post-Grunge-Hangover ist vorbei. Es gibt vor allem gute Folkmusik.
KH: Das Conor Byrne ist in nur einem Jahr zum Epizentrum geworden. Es hat alles mit 30 Leuten angefangen, jetzt ist der Pub jede Woche vollgepackt. Und was will man mehr: großartige Musik für umsonst.
Kenny, wie wirkt sich für dich als L.A.-Boy denn die Stadt aus? Aus der Distanz schreibt man Seattle ja vor allem einen Dauernieselregen zu.
CT: Darf ich dazu was sagen? Es regnet gar nicht so viel. Na ja, es regnet halt jeden Tag immer, aber nur ein bisschen. Wenn man aus Kalifornien kommt, bringt einen das dann wohl dazu, mehr zu Hause zu bleiben und an Songs zu arbeiten.
KH: Das war auch meine Theorie im Vorfeld. Und sie stimmt. Oft wache ich auf und statt wie in Kalifornien rauszugehen, spiele ich Klavier.
Ihr seid ja ganz schön viele Leute. Wie hat man sich denn den Schreibprozess vorzustellen?
KH: Jonathan Russell und Josiah Johnson, die beiden Sänger, sind größtenteils für die Melodien und Texte zuständig. Die Band arbeitet dann daran mit, daraus ganze Songs zu schaffen.
CT: Ich schreibe meine eigenen Gesangsparts. Ich kam zur Band, als vier Songs bereits standen und etliche andere bereits angelegt waren, so habe ich diesmal nur an den Arrangements mitarbeiten können.
Letzte Frage – für unser Grunge-Spezial im Herbst: Was ist jeweils eure Lieblingsplatte auf Sub Pop?
KH: Keine der Grunge-Platten. Ich bin erst 23, ich war also sehr jung, als Grunge passierte, da habe ich eher die Teletubbies geschaut. Insofern die ersten Alben von The Shins (»Oh, Inverted World«) und der Band Of Horses (»Everything All The Time«).
CT: »When We Were Small« von Rosie Thomas. Durch sie bin ich so richtig auf Sub Pop gestoßen.
Mehr neue Bands vom SXSW 2011 unter www.intro.de/spezial/sxsw2011.
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