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Friendly Fires

Süßer die Kuhglocken nie klangen

07.07.2010, 17:22, Text: Wolfgang Frömberg, Foto: Rebecca Miller

Friendly Fires sind mit ihrem satten Getrommel, pointierten Kuhglocken-Einsatz und Flügel verleihenden Refrains eine derart zeitgemäße US-Indie-Band, dass man meinen könnte, Ed Macfarlane, Jack Savidge und Edd Gibson, die live von Rob Lee unterstützt werden, seien alle im selben New Yorker Reagenzglas zur Welt gekommen.

Dabei stammen sie aus England und haben sich kurz nach dem Sandkasten kennengelernt. Fortan hatten sie nichts Besseres zu tun, als gemeinsam die Schule zu schwänzen und in Papas Garage ein wenig Krach zu machen. Ihr groovy Rabimmel-Rabammel-Rabumm, das sie sich im Prinzip bei Alben wie „Mesopotamia“ der B-52’s oder „Remain In Light“ der Talking Heads abgelauscht haben müssen, wollte bis zu einem Auftritt in der Sendung „Transmission“ des britischen Senders Channel 4 keiner unter Vertrag nehmen.



Dieser Live-Gig – und das ist an dieser Stelle natürlich mehr als ein Wink mit dem Zaunpfahl bezüglich ihrer Show-Qualitäten! – brachte dann eine wahre Lawine ins Rollen: Als Naturgewalt kann man jeden einzelnen ihrer Songs bezeichnen, die auf dem kompletten Album „Friendly Fires“ so lange einen steilen Berg herunterrollen, bis die Jungs erneut die Ärmel hochkrempeln und den Track schwungvoll zurück auf die Spitze treiben. Wenn Sisyphos eine Band gegründet hätte und wenn er gewusst hätte, wie man Postpunk im 21. Jahrhundert buchstabiert, wäre er Frontmann der Friendly Fires geworden. Feierabende und Urlaubstage sind beste Gelegenheiten, um den philosophisch begabten Briten bei der experimentellen Arbeit zuzuschauen.

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