Pavement
Interview zur Reunion: "Wir sind nicht The Who"
17.03.2010, 16:22, Text:
Wolfgang Frömberg, Foto: Elisabeth Moch
[1 Kommentar]
Wolfgang Frömberg sprach mit Pavement-Bassist Mark Ibold über die Geschichte der Pavement-Reunion, die aktuellen Proben, die kommende Tour und die Comebacks der anderen 90er-Jahre-Indie-Giganten ...
Ich bin im Netz auf ein zehn Jahre altes Statement gestoßen, das euer Label Domino anlässlich des Splits veröffentlicht hatte: "Pavement are retiring for the forseeable future to: 1. start families, 2. sail around the world, 3. get into the computer industry, 4. dance, 5. get some attention." Wie sind die letzten zehn Jahre für dich persönlich gelaufen? Wie könnte der Titel eines Romans lauten, der von diesen zehn Jahren handelt?
Der Titel müsste lauten: "The Hand Model". Ich habe Freunden geholfen, ein Kochbuch zu erstellen. Für die Bildmotive wurden einige Male meine Hände benutzt. Schon als Teenager habe ich entweder in Bars oder Restaurants gearbeitet, und in den letzten zehn Jahren ist dieser Aspekt meines Lebens für mich wieder wichtiger geworden. Ich habe auch wieder in einem Restaurant gearbeitet.
Hast du denn in den zehn Jahren die Band vermisst?
Ja, sicher. Seit drei Jahren bin ich Mitglied bei Sonic Youth. Das war für mich eine schöne Möglichkeit, wieder zur Musik zu kommen. Das macht mir Spaß. Trotzdem habe ich Pavement vermisst.
Wie laufen die Proben?
Es macht Spaß. Wir haben insgesamt zwei Wochen lang in Portland geprobt. Wir hatten jeden Tag einige Stunden Zeit, um uns durch die Songs zu arbeiten. Und am Ende waren wir so weit, dass wir ungefähr vierzig Pavement-Stücke draufhatten, die wir aus dem großen Repertoire unserer Platten ausgewählt haben und die wir nun auf der Tour theoretisch alle spielen können.
Wie entscheidet ihr, welche Stücke gespielt werden?
Wenn wir die ersten Konzerte in Neuseeland geben, werden wir sehen, von welchen Songs wir die besten Versionen draufhaben. Andererseits liegt eine gewisse Auswahl auf der Hand. Sicher werden wir die meisten Singles spielen - und sehr beliebte Stücke. Es wird nicht allzu viele große Überraschungen geben - aber ein paar kleine schon. Wir arbeiten an ein paar Songs, die wir bislang noch nie live gespielt haben. Das könnte für uns alle ein Riesenspaß werden. Das Live-Material dürfte in etwa mit den Songs übereinstimmen, die auf dem Best-of-Album "Quarantine The Past" sind, nur haben wir doppelt so viele in petto. Manche unserer Stücke sind so simpel, dass - wenn wir uns konzentrieren, womit wir uns allerdings manchmal schwertun - wir eigentlich recht schnell unseren gesamten Back-Katalog draufhaben müssten. Das kostet ein wenig Schweiß, und nicht jeder in der Band hat da die gleiche Einstellung ....
Pavement haben viele kommerziell richtige Entscheidungen getroffen oder waren zumindest zur rechten Zeit am rechten Ort. Ihr habt eure Albumverkäufe in den 90ern steigern können, am besten haben sich eure letzten beiden Alben verkauft zu einer Zeit, als die Musikindustrie noch nicht andauernd von Krise sprach. Und nun stehen die Zeichen sehr gut für eine Reunion-Tour. Die Fans sind nach zehn Jahren gespannt auf euch, und im Livebereich ist gerade das meiste Geld zu machen. Seid ihr besonders smart, oder habt ihr einfach Glück? Oder beides?
Ich würde sagen, wir haben Glück. Solange der Euro nicht zusammenbricht, haben wir Glück. Es ist gerade auch ganz gut für uns, dass wir eine Menge Shows in anderen Ländern spielen. Der Dollar ist ja momentan nicht so besonders in Form. Aber diese Umstände haben nichts mit einem Plan zu tun. Wir haben das alles nicht bewusst in Betracht gezogen. Die Reunion kam vor allem auf Initiative unseres Bookers zustande, der schon seit einigen Jahren versucht, diesen Stein ins Rollen zu bringen. Der Teil der Geschichte mit den 90ern, das ist ebenfalls Glück: Die Band wurde Ende der 80er-Jahre gegründet, das erste Album erschien 1991. Okay, ich gebe zu: Wir waren uns immer dessen bewusst, was andere Bands machten, und versuchten mit Pavement nicht dasselbe zu tun. Daraus ergab sich eine gewisse Voraussicht. Es hatte nicht alles nur mit Glück zu tun. Andererseits haben wir ja auch nie so besonders viele Alben verkauft, hatten nie einen Radio-Hit.
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tidbit 21.05.2010 | 19:29:33
(@_@)oO0°*´¸.•’´¯)i°♥
ach hätt ichs nur vorher gewusst
[verdammt]
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