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Good Shoes

Im Interview: Unter Wasser und so

03.03.2010, 11:54, Text: Raphael Schmidt



Am 5. März erscheint das neue
Good Shoes-Album "No Hope, No Future". Raphael Schmidt traf die Indie-Pop Band und sprach mit ihnen über die neue Platte und religiöse Einstellungen.

Die Bilder im Booklet zu eurer Platte "No Hope, No Future" sind wirklich außergewöhnlich. Sie wirken auf eine spezielle Art aufregend trist.
Das war nie unsere Absicht, aber das stimmt. Die Bilder wirken etwas schlicht und gleichzeitig auch trist. Aber ich mag das sehr. Ich habe die Bilder mit meiner alten Contax T2 Kamera aufgenommen und wir haben sie fast genauso benutzt, wie die Kamera sie ausgeworfen hat.


Klar haben wir Feinheiten mit dem Computer bearbeitet, aber im Großen und Ganzen ist das Endergebnis der Anfangsarbeit sehr ähnlich. Die gesamte Architektur des Schwimmbades ist aber sehr leblos, was mich sehr fasziniert. Für mich sind Schwimmbäder wundervolle Plätze.
 
Was genau fasziniert dich denn daran?
Ich mag diese Architektur der späten 60er. Da ist so viel Raum und Platz zwischen den Dingen und es wirkt so steril. Vermischt sich die Architektur zudem noch mit ruhigem, unberührtem Wasser ist das einfach atemberaubend. 
 
Also wirklich Schwimmen? Wo ist denn da genau der Trigger für dich?
Es ist gut für die Kondition. Ich schwimme seit ich ein kleines Kind bin und es macht mir seitdem Spaß. Ich könnte zwar niemals Wettkämpfe oder sowas bestreiten, aber einfach der Akt an sich ist für mich ein sehr schöner, weil ich eben auch Schwimmbäder so toll finde. Ach und der wichtigste Grund: Ich bin ziemlich gut im Schwimmen. Das liegt aber in der Familie. Die sieht man übrigens komplett auf dem Cover der Platte. Der gesamte Pool ist gefüllt mit Familie und Freunden. Der ältere Herr ganz vorn ist mein Vater.
 
Fehlt dir das Schwimmen wenn du auf Tour bist?
Wenn wir in England unterwegs sind ist das kein Problem für mich. Dort kann ich mich verständigen und weiß, welchen Schildern ich zu folgen habe um zu einem Schwimmbad zu kommen. Hier ist das anders. Ich habe keine Zeit mich durchzufragen und Leute zu finden, die meine Sprache sprechen. Es ist ja ohnehin sehr ignorant von uns, dass wir kein bisschen Deutsch sprechen, wo ihr jedes Wort unserer Songs verseht. 
 
Im Song "I Know" singst du: "the more i want the less i need". Das klingt sehr bodenständig.
Ja, wenn man in einer kleinen Wohnung in London lebt, dann merkt man schnell, dass es etwas mehr als nur materialistische Bedürfnisse gibt. Es ist Bullshit zu sagen, dass man dieses und jenes benötigt um glücklich zu sein. Mit der richtigen Einstellung kann man in einem leeren Raum mit nichts glücklicher sein als in der größten und edelsten Villa.
 
War die Bodenständigkeit vielleicht auch Anlass zu dem Song? Du verkündest recht offen deine religiöse Einstellung.
Es ist einfach meine Sicht der Dinge. Es ist einfach eine Unverschämtheit, dass die Kirche erzählt, man käme in den Himmel wenn man sich korrekt verhält und man käme in die Hölle, wenn das eben nicht macht. Das spornt die Menschen zwar an ein gutes und ehrliches Leben zu führen, aber nicht aus freien Stücken. Die sagen höflich „Hallo“ weil sie nicht in die Hölle wollen. Nicht, weil sie höflich sein möchten. Die Seite der Atheisten ist aber auch nicht besser. Ich denke zwar auch, dass wir eines Tages sterben und das war es dann, aber so wirklich 100prozentig kann man das doch gar nicht glauben weil es niemand genau weiß. Deshalb sind beide Seiten in ihren Extremen total daneben.



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