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Ken

Du darfst

23.02.2010, 16:24, Text: linus volkmann, Foto: Jennifer Eberhardt

"Yes We Ken"? Was klingt wie ein zwanghafter Kalauer ist in Wirklichkeit viel mehr. Denn nach seinem unsanften Rauswurf bei Blackmail beförderte Sänger Aydo Abay sein einstiges Nebenprojekt zum persönlichen Megastore und hochkarätig besetzten Befreiungsschlag. Yes he Ken, müsste es also korrekt heißen. Von Linus Volkmann.

Inwieweit besitzt das Album für dich mehr musikalischen Erlösercharakter als so vieles davor?
Für mich ist das wirklich befreiend gewesen. Endlich mal machen können, was einem schon seit Langem vorschwebte, endlich mal sich austoben, weil keiner mehr dazwischenfunkt. Und weil auch die demokratische Rechthabereischeiße und Egowichse einfach nicht mehr existiert.

Und "Yes We Ken" ist somit dein Ausdruck, der sich nun ungeschnitten Bahn bricht?
Vor allem ist das Album natürlich eine Suche. Ich hatte über die Jahre so viel angestaut, das habe ich alles auf die Platte gepackt. Ich hoffe, dass es dabei trotzdem auch homogen klingt. Für mich tut es das zumindest.


Man hört zum Beispiel auch einige Elemente, die man mal an Blackmail schätzte, die bei jenen zum Schluss aber nicht mehr gezogen wurden.
Es ist ja so, dass ab der "Bliss, Please" [Blackmail-Album von 2004] die Ruderherrschaft an Kurt [Ebelhäuser] überging, der meinte: "Ihr müsst mir vertrauen, ich habe einen Plan, ich weiß, was wir wollen." Das war bis zu einem gewissen Zeitpunkt auch okay, dass man dann einen Führer hatte. Aber damit ging auch einher, dass nach jener "Bliss, Please" eigene Vorstellungen nicht mehr gefragt waren, im Gegenteil eher störten. Okay, war natürlich auch praktisch für mich. Ich habe gesungen, getextet und musste sonst nichts mehr machen. Aber so was macht einen auf Dauer natürlich nicht glücklich - wenn man nicht wie der Sänger von AC/DC tickt, der, der nach dem Toten kam. Das Ende von mir in der Band war jedenfalls nur eine logische Konsequenz.

Das Lustvolle, fast Überschwängliche kommt ja jetzt in vielen Titeln zum Tragen. Was bedeutet denn "Pirates Vs. Ninjas Vs. Zombies Vs. Robots"?
Das ist doch eine sehr gute Chronologie, macht total Sinn. Also die Piraten werden von den Ninjas kaputt gemacht, die wiederum von den Zombies, und gegen die Roboter hat keiner eine Chance.

Ah! Und "Women Who Love Men Who Take Drugs To Make Music To Take Drugs To"?
Das stammt aus den verqueren Gedanken eines Freundes und vermischt zwei Titel, einer ist von Oceansize ("Women Who Love Men Who Love Drugs"), der andere von Spacemen 3 ("Taking Drugs To Make Music To Take Drugs To"). Sag mal, gähnst du?

Nein, ich habe geweint vor Ergriffenheit.
Na, dann ist ja gut.

Termine Ken
21.04.2010 Wiesbaden, Schlachthof » Details | Merken | Anreise
22.04.2010 Luzern, Bar 59 » Details | Merken | Anreise
23.04.2010 Stuttgart, Keller Klub » Details | Merken | Anreise
24.04.2010 Laufen, Biomill » Details | Merken | Anreise
25.04.2010 München, 59:1 » Details | Merken | Anreise
26.04.2010 Köln, Luxor » Details | Merken | Anreise
27.04.2010 Dortmund, FZW » Details | Merken | Anreise
28.04.2010 Berlin, Magnet Club » Details | Merken | Anreise
29.04.2010 Hamburg, Hafenklang » Details | Merken | Anreise
30.04.2010 Hannover, Béi Chéz Heinz » Details | Merken | Anreise

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aus Intro #180 (März 2010)
 
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