Florian Horwath
In Bed With Sven
23.02.2010, 16:26, Text:
linus volkmann
Ein Wiener Künstler, der sich stoisch Zeit nimmt. Zeit, die er von Plattenfirmen nie bekommt. Sorgsam verspielt und unbeeindruckt von den Männern in den grauen Anzügen erscheint nun auf dem nächsten Label sein drittes Album, "Speak To Me Now" - trainiert von Sven Regener. Linus Volkmann fragte sich durch.
Das Platten-Info spricht vom Einfluss von "Rauchwaren" auf das Album - soll uns damit vermitteln werden, dass ihr Kiffer seid? Nur keine Scham!
Das mit den Rauchwaren gestaltet jeder bei uns so, wie er es für richtig hält. Für mich ist das nichts in Zusammenhang mit Musik. Räucherstäbchen sind ja auch Rauchwaren, oder? Wobei, da waren keine dabei bei den Aufnahmen ...
Wie kamst du auf Sven Regener von Element Of Crime als Produzent?
Sven und Charlotte [dessen Frau und Managerin] waren neben der Band die Ersten, denen ich die Demos der neuen Lieder vorgespielt habe. Ihr Feedback spornte mich an, bei der Einfachheit der Demos zu bleiben und mich auf die Kraft jenes Einfachen zu konzentrieren. Dass Sven sich dann bereit erklärt hat, das Album zu mischen, und auch noch zusätzliche Instrumente spielte, war herrlich - und hat diesen Kreis geschlossen.
Sven gilt ja als großer Skeptiker mit norddeutsch harschem Gemüt - musstet ihr beide euch erst mal arrangieren, um mit der Art des anderen im Arbeitsalltag zurechtzukommen?
Ich schätze die direkte Art der Kommunikation sehr. Es geht immer um die Sache, um das Konstruktive, es gibt kein Herumfackeln oder -daddeln, alles immer am Punkt, keine Zeitverschwendung. Insofern: nein.
Du bist ja labelmäßig sehr ruhelos. Sind die neuen Engagements für dich mehr Gewinn oder eher kunstlose Zeitfresser?
Die Funktion von Labels hat sich stark verändert in den letzten Jahren, und es ist insgesamt die Frage, ob man überhaupt eins braucht. Ich finde ja - auch aus einer Art romantischen Vorstellung davon, wie eine Platte in die Welt kommt und dass dies ein gemeinsamer liebevoller Akt des Erweckens ist. Ganz so ist es in der Label&Musik-Realität ja dann doch nicht, habe ich dann festgestellt ... Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit dem jetzigen Set-up. Klare, schnelle Entscheidungen und ein einfacher Plan mit Zug zum Tor dahinter.
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