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Two Door Cinema Club

Auf Tour: Tanz die Kastagnette!

23.02.2010, 16:30, Text: Hanno Stecher, Foto: Sibilla Calzolari
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Kitsuné hat derzeit ein Abo auf den nächsten energiegeladenen Indieact mit Dance-Anleihen. Nur einen Monat nach Delphic schicken sie uns mit den ebenfalls ordentlich euphorischen Nordiren Two Door Cinema Club zurück auf den Dancefloor. Hanno Stecher hat die drei Jungs getroffen und ihr Auftreten sowie das Album "Tourist History" ins Visier genommen.

Wäre nicht klar, dass sich Alex, Sam und Kevin von Two Door Cinema Club durch gemeinsames Schulbänke-Drücken kennengelernt haben, könnte man die Band für das Ergebnis eines Castingprojektes halten, das "Großbritannien sucht die Superindiepop-Band" heißen könnte. Besonders bei ihren Live-Auftritten ist dies der Fall, wenn die Jungs, die sich gerne mal komplett in Klamotten ihres Labels Kitsuné hüllen, ganz unhierarchisch nebeneinander aufgereiht auf der Bühne stehen: Jeder verkörpert seinen eigenen Style, jeder repräsentiert eine andere Seite dieses Projektes. Doch inszeniert ist hier natürlich nichts.


Ganz im Gegenteil offenbart sich im Gespräch, wie unfertig das Projekt Two Door Cinema Club letztlich noch ist, wie wenig Geplantes oder gar Berechnendes hinter der Entwicklung dieser Band steckt, die aus der nordirischen Musikszene direkt in die Welt des französischen Hipster-Labels katapultiert wurde. Alle drei Jungs stammen aus dem Hafenstädtchen Bangor und haben sich nach dem Schulabschluss ganz bewusst fürs Musikmachen und gegen ein Studium entschieden. Viele der Songs, denen sie für "Tourist History" zusammen mit dem Produzenten Eliot James, der bereits mit Bloc Party, Kaiser Chiefs und Mark Ronson gearbeitet hat, eine endgültige Form verpasst haben, existieren schon seit gut zwei Jahren, wurden aber stetig überarbeitet.



Etwas Prozesshaftes spürt man vor allem dann, wenn man mit den Jungs über ihren Sound, über diese unheimlich hektische und doch durch und durch geschmeidige und tanzbare Mischung aus Post-Punk-Pop Marke Bloc Party und gut gelaunten Indierock-Elementen spricht, um den sich seit Wochen die Musikblogs dieser Welt reißen. Denn ehe man sich versieht, landet man bei diesem Thema in einem mittelschweren Glaubenskonflikt zwischen Sänger Alex, Bassist Kev und Gitarrist Sam, bei dem laut eigenen Angaben nicht selten auch mal die Fetzen fliegen. Und das sieht in etwa so aus:
Wo Gitarrist Sam auf dem neuen Album beispielsweise "warme, analoge Sounds" hört und betont, man wolle ja als Rockband alles "möglichst nett und ungekünstelt" klingen lassen, hält ihm Sänger Alex entgegen, dass TDCC ja nicht umsonst seit dem freiwilligen Austritt ihres Schlagzeugers auf einen neuen Schlagzeuger verzichten würde.


Denn: "Uns war es immer schon wichtig, die tanzbare Seite unserer Musik zu betonen. Natürlich sind wir kein Elektronik-Projekt, aber letztlich ist unsere Musik eben schon dafür gemacht, dass die Leute dazu abtanzen. Darauf haben wir uns auch bei der Produktion der Platte konzentriert und z. B. Dance-Elemente wie Kastagnetten eingebaut." Und wo Bassist Kevin betont, dass man für das Schreiben der Tracks oft nur einen Tag brauche und alles aus späteren Feinkorrekturen bestehe, hält ihm Sam entgegen, dass das Songschreiben für die Band ja eigentlich ein ganz langer Prozess sei und man sich viel Zeit für die Songs lasse. Und so weiter.

Doch so müßig einem als Außenstehenden gerade die von der Band leidenschaftlich geführten "Pop versus Rock"-Diskussionen vorkommen mögen, für Two Door Cinema scheinen all die kleinen Reibereien und stetigen Seitenhiebe ungeheuer fruchtbar zu sein. Immerhin ist ihnen mit "Tourist History" ein Debüt gelungen, das von vorne bis hinten konstant eine ungeheure Spannung aufrechterhält und so ein funkelndes Markenzeichen schafft.

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Termine Two Door Cinema Club
07.04.2010 Köln, Gebäude 9 » Details | Merken | Anreise
08.04.2010 München, Atomic Café » Details | Merken | Anreise
09.04.2010 Berlin, Rosi's » Details | Merken | Anreise
10.04.2010 Hamburg, Molotow » Details | Merken | Anreise

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aus Intro #180 (März 2010)
 
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