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Groove Armada

Das Ende des Albums

22.01.2010, 14:54, Text: arno raffeiner

Man könnte durchaus behaupten, Groove Armada haben das Electro-Compilation-Album erfunden. Vom Arschwackeln übers Abheben bis zum Runterkommen, auf den Platten von Andy Cato und Tom Findlay war bislang für jeden Geschmack und für jede Etage im Disco-Multiplex was dabei. Jetzt wollen sie das Format mit einem finalen Statement namens "Black Light" komplett abschaffen. Andy Cato erzählte Arno Raffeiner vom Ende des Albums und von seiner Verführung durch Gary Numan.

Mehr Songs, mehr Eklektizismus, mehr Rock, mehr Pop. Hat es länger gedauert, "Black Light" zu produzieren als eine gewöhnliche Groove-Armada-Platte?
Nicht wirklich, aber es war sehr intensiv, wirklich full-on. Das wird wohl unser letztes Album sein. Die Live-Show mit einer kompletten Band war immer ein wichtiger Teil für uns, und diesen Live-Sound haben wir jetzt endlich auch auf CD gebracht. Wir werden also in Zukunft auf das Touren fokussieren und dazwischen nur mehr EPs veröffentlichen. Eigentlich genau so, wie es The Grateful Dead seit jeher machten: Sie spielten immer weiter Konzerte, und wenn du einen neuen Song hören wolltest, bist du einfach zu einem Konzert, da wurde er gespielt.


Bei euch kriegen auch alle irgendwann den Song, den sie hören möchten. In ihrer Vielfältigkeit hatten Groove-Armada-Alben immer schon den Charakter von Compilations.
Ja, absolut. Gerade bei "Goodbye Country (Hello Nightclub)" und "Lovebox" haben wir versucht, Alben zu machen, die wie eine tolle Radiosendung spätnachts klingen: Du kommst aus dem Club, drehst unterwegs einen Sender rein, und irgendwer spielt dort all die unterschiedlichen Sachen, die du um drei Uhr morgens hören willst. Das war damals die Idee. Ich finde es nur ein wenig paradox, dass wir jetzt mit "Black Light" letztendlich ein Album aufgenommen haben, das derart schlüssig ist und sich wie von einer Band eingespielt anhört - genau in dem Moment, in dem die Zeiten des Albums wohl definitiv vorbei sind.

Im titelgebenden Schwarzlicht bekommen alle Dinge ein spezielles Leuchten. Man sieht Dinge neu oder anders. Was kann man auf diesem Album denn Neues an Groove Armada entdecken?
Ich möchte behaupten, dass "Black Light" für unsere Fans eine komplett neue Seite von Groove Armada ans Licht bringt. Es hat eine bestimmte emotionale Schwere, die es über die ganze Länge eines Albums bei uns noch nicht gab. Die Texte sind zum Teil recht heftig, aber zugleich steckt darin immer auch eine gewisse Euphorie. Für uns als Produzenten ist das ein Aspekt, der schon seit Langem da war, und wir haben gekämpft, ihn auszudrücken.


Passiert es dir manchmal, dass du von einem Sound geradezu verführt wirst?

Hm, ich weiß, was du meinst. Auf dem Album gibt es zum Beispiel einen Synthesizer-Klang, der die Basis von vielen Stücken ausmacht, so ein Gary-Numan-mäßiges Bassdings. Darüber sind wir auf einem alten 80er-Jahre-Synthesizer gestolpert, als wir eigentlich etwas ganz anderes suchten, aber dieser Sound hat uns einfach gepackt: Jesus, das klingt ja großartig! Also haben wir von dem Punkt aus weitergemacht und vergessen, was wir vorher eigentlich wollten. Dieser spezielle Sound steckt nun überall im Album und in der Live-Show drin, eine tolle Entdeckung!




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aus Intro #179 (Februar 2010)
 
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