Local Natives
Damn Hippies!
22.01.2010, 13:53, Text:
Daniel Koch, Foto: Wendy Lynch
Auch die Local Natives aus L.A. kennen die "South Park"-Folge, in der Cartman als Hippie-Kammerjäger unterwegs ist und ständig knurrt: "Damn Hippies!" Was das mit ihrem tollen Debüt "Gorilla Manor" zu tun hat und warum Cartman in ihrem Studio eine helle Freude hätte, erfuhr Daniel Koch im Interview mit der Band.
Die fünf Local Natives, wohnhaft im Gorilla Manor, Silver Lake, Los Angeles meinen es ernst. Der Kern der Band, Taylor Rice (Vocals, Gitarre), Kelcey Ayer (Vocals, Keyboards) und Ryan Hahn (Gitarre, Vocals), kennt sich bereits seit acht Jahren, Bassist Andy Hamm und Drummer Matt Frazier sind seit rund drei Jahren dabei. Für ihren Start als Band unter dem Namen Local Natives gingen sie weiter als andere: Jobs wurden beendet, Studien auf Eis gelegt, und man zog zusammen ins besagte Gorilla Manor, das nun bezeichnenderweise auch den Titel des Albums gibt.
"Es war ein großer Schritt, zusammenzuziehen und die Band zum Lebensmittelpunkt zu machen", sagt Taylor Rice. "Es war ein Bekenntnis. Und es war der Schlüsselpunkt, an dem wir sagen konnten: 'Jetzt haben wir unseren Groove gefunden!'" Kelcey Ayer bemüht sich derweil, das Pathos aus dieser Entscheidung zu nehmen: "Natürlich haben wir uns auch alle verlobt, als wir zusammengezogen sind. Ich habe allen einen Antrag gemacht. Das gehört sich ja so, wenn man zusammenzieht."
Der nahe Arbeitsprozess, den diese Wohnsituation mit sich bringt, klingt in jedem ihrer Songs durch. Angetrieben von stampfenden Percussions, schwirren Hunderte Ideen durch die Songs und schlagen dank des klaren, mehrstimmigen Gesangs doch nicht aus der Richtung. "Bei uns bringt jeder seine Ideen ein, jeder ist ein einzigartiges kreatives Individuum, aber natürlich ist es am Ende ein produktives Gezerre, bei dem ein stimmiger Song herauskommen muss. Genau dieser Prozess macht das Songwriting so besonders."
Ein Bandkollektiv aus "kreativen Individuen", das melodieselige Musik macht und auch noch zusammenlebt? Wenn das mal nicht nach "Hippie"-Alarm schreit. Und dann sind sie auch noch mit Edward Sharpe & The Magnetic Zeros getourt. Kelcey fühlt sich dabei - ebenso wie der Autor dieser Zeilen - an Cartmans Spruch "Damn Hippies!" erinnert, denn das Wort ist ja noch immer ein wenig vorbelastet: "Man kann sicher eine Art Hippie-Spirit ausmachen, wenn man will. Meinetwegen." Taylor Rice ergänzt: "Aber ebenso kann man in unserer Einstellung auch einen Punk-Spirit ausmachen. Unser DIY-Ansatz kommt eher aus dieser Szene. Wir machen alles selbst. Artwork, anfangs auch das Booking, das Managen. Wir sind zu sehr kreative Kontrollfreaks, um uns groß reinreden zu lassen. Das passt ja gar nicht zu diesem Happy-Hippie-Ding." Stimmt.
Termine Local Natives
27.01.2010 Köln, Studio 672 » Details | Merken | Anreise
28.01.2010 Hamburg, Molotow » Details | Merken | Anreise
02.02.2010 Berlin, Bang Bang Club » Details | Merken | Anreise
04.02.2010 München, Atomic Café » Details | Merken | Anreise
06.02.2010 Stuttgart, Keller Klub » Details | Merken | Anreise
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