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Yeasayer

Zwischen den Welten

22.01.2010, 11:32, Text: Hanno Stecher, Foto: Joachim Zimmermann

Ein futuristisches Zelt in der Wüste. Die Silhouette eines Reiters. Aus einer gelblichen Schaummasse heben sich drei Gestalten empor, während zwei muskulöse Boxer mit silbernen Handschuhen aufeinander eindreschen. Mit ihrem bereits im November veröffentlichten Video zu "Ampling Alp" nehmen Yeasayer nicht nur unseren Autor Hanno Stecher mit in eine surreale, rätselhafte Wüstenwelt. Ende Februar kommt die Band für einige Termine wieder nach Deutschland.

Der Clip zur ersten Single ihres neuen Albums "Odd Blood" pendelt zwischen glamourösem Science-Fiction-Streifen und archaisch anmutender Hippie-Romantik. Damit ist er das perfekte Bindeglied zwischen dem 2007er-Album "All Hour Cymbals", das der Brooklyner Band als hippe Weltmusik mit Eso-Ankängen ausgelegt wurde, und ihrem aktuellen Album "Odd Blood", mit dem sich die Band nun neu positioniert.


Yeasayer wollen nämlich ihr Image als Retroband loswerden. "Wir wollten nie retro sein", bringt es Sänger Chris Keating auf den Punkt. "Jedenfalls nicht in dem Sinne, dass wir auf einen bestimmten Zeitpunkt der Vergangenheit Bezug nehmen. Am liebsten sind uns verschiedenste Referenzen zu allen möglichen Epochen gleichzeitig. Wir wollen die Popmusik des Jahres 2010 machen! Oder noch mehr: den Sound von 2012." Tatsächlich erstrecken sich die Referenzen des neuen Albums über ein ganzes Bündel von Jahrzehnten, sind aber mit starken Einflüssen aus Glamrock, Synthiepop oder Rave immer tendenziell "Post-Hippie".


Dass sich das neue Gewand der Band eher nach schillerndem Paillettenkleid denn nach Wollpulli anfühlt, hängt damit zusammen, dass sich die Jungs nach inneren Auseinandersetzungen von ihrem Dummer Luke Fasano getrennt haben. Der wurde für "Odd Blood" durch einen Drumcomputer ersetzt, den man mit 80s-Samples gefüttert hat. Oder anders ausgedrückt: Yeasayer verstehen sich nicht mehr als Band im herkömmlichen Sinn.

Für Bassist Ira Wolf Tuton hat das gute Gründe: "Bei Songs von beispielsweise den Killers oder MGMT entsteht im Kopf des Hörers sofort das Bild von der Band. Man kann sich sehr genau vorstellen, wie jeder Einzelne sein Instrument eingespielt hat. Wir hingegen arbeiten gegen diesen Effekt an: Unsere Musik soll die Band verschleiern und in einem undurchdringbaren Dickicht von Klängen verstecken. Keiner von uns mag es, wenn einzelne Musiker als Individuen so deutlich herauszuhören sind."

Dass man sich bei so viel Reflexion inzwischen auch immer stärker in Kunstkontexten für Yeasayer interessiert, verwundert nicht. Aktuellster Höhepunkt für die Band war ein Auftritt im New Yorker Guggenheim im vergangenen Oktober.

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Termine Yeasayer
28.02.2010 Köln, Luxor » Details | Merken | Anreise
09.03.2010 Hamburg, Knust » Details | Merken | Anreise
10.03.2010 Berlin, Postbahnhof » Details | Merken | Anreise
11.03.2010 München, 59:1 » Details | Merken | Anreise

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aus Intro #179 (Februar 2010)
 
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