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Lars Rudolph

Asthma und Neurodermitis

06.08.2009, 16:14, Text: Intro, Volker Wittkamp


Lars Rudolph
klingt nur ein bisschen, als wäre er Metallica-Drummer, ist aber einer der wenigen Charakterköpfe des deutschen Kino-Ödlands. Zudem Musiker bei u. a. Ich Schwitze Nie. Aktuell erscheint gerade eine Platte seiner neuen Band Mariahilff.

Was war die übelste Krankheit, die du jemals hattest?
Asthma und Neurodermitis ...

Das war Todesangst und Erstickungstod schlechthin. Und sich zudem manchmal so schrecklich kratzen zu müssen, das ist wirklich ein schmerzendes Doppelleiden über Jahre. Ja, und dann? Diverse Fastenkuren, Therapien der seelischen Art, eine notwendige Scheidung ... Nun ist alles verschwunden - ich wurde gesund ... Es gibt einen Weg aus der schwarzen Hölle, man muss jedoch eine Taschenlampe kaufen plus diverse Antennen, Navigationsgeräte, Landkarten, man muss Wegelagerer fragen, Medizinmänner und lustige Hexen ausfindig machen.

Welche Symptome gibt es dabei?

Wie gesagt: Atemnot, Katzen-, Hausstaub-, Pferdehaarallergie, Flecken auf der Haut, trockene Flechten, Schuppenbildung, schorfartige Gebilde in der Armbeuge und an der Augenpartie. Erstickungsangst ... "Wo ist mein verdammtes Asthma-Spray, schnell in die Notaufnahme des Krankenhauses ..." / "Wo ist Ihr Rezept?" - "Hä, welches Rezept? Ich kriege keine Luft, Herr Oberarzt!" - "Na und? Ohne Rezept bitte ich Sie, wieder nach Hause zu gehen." Also den Rest der Nacht vor dampfenden Kochsalztöpfen am Elektroherd verbracht.

Wie wurde das behandelt?
Creme, Bestrahlung, Magnetismus, Kortison, Kuraufenthalt, Asthmaspray, Eigenbluttherapie, Eigenurincocktail. Später dann Fasten und Therapien.

Welche Krankheit ist dagegen überschätzt?
Vielleicht der Mückenstich? Nein! Jede Krankheit hat ihre Berechtigung ... Außerdem lohnt sich: Aus Krankheit lernen (Aristoteles) bzw. Scheitern als Chance (Schlingensief) / Krankheit als Weg (Blumfeld).

Was ist dein Lieblingsmedikament?
Es gibt Vorstellungen im Theater, z. B. bei Castorf an der Volksbühne Berlin, da nimmt man am besten schon vorher diverse Aspirin, um diese physischen Anstrengungen, Knochengeschinde und Schweißkuren, diese theatralen Marathonläufe überhaupt durchzusteh'n. Da bekommt man Verständnis für jeden Doper, Gruß an Jan Ulrich und Genossen!

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aus Intro #173 (Juli 2009)
 
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