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Lady Sovereign

She Did It Her Way

11.09.2009, 15:11, Text: arno raffeiner

Der Pferdeschwanz ist ab. Louise Amanda Harman trägt eine neue, frisch pink nachgefärbte Frisur unter ihrer überdimensionalen Kappe, ein neues Tattoo auf dem Unterarm ("The Uneducated Example Of Intelligence") und nicht zuletzt ein neues Album im Herzen.

Nietzsches altes Zarathustra-Programm wurde aktuell ja auf folgende Formel zurechtgestutzt: Krise ist etwas, das überwunden werden muss. In diesem Sinne beweist Miss Harman, dass sie ihr Tal durchschritten und ihr Selbstbewusstsein wieder alte Höhen erklommen hat. Arno Raffeiner bestätigt: Lady Sovereign ist die Herrscherin in Puzzle-Beat-Land.


Stimmt es, dass die Arbeit an deinem zweiten Album wie die Bewältigung einer persönlichen Krise war?
Ja, das hat mir geholfen. Ich war monatelang deprimiert, dachte: "Fuck, werde ich es je schaffen, einen neuen Song zu schreiben, geschweige denn ein Album?" Ich habe jeden Tag nonstop Interviews gegeben, bis zu einem Punkt, an dem ich total erschöpft war. Ich habe eine lange Pause genommen, jetzt ist es wieder okay. Frag mich bloß nicht nach Def Jam und Jay-Z, dann ist alles in Ordnung!

Okay, dann sprechen wir über dein zweites Album. Es sind mehrere richtige Club-Stücke drauf.

Das Album ist elektronischer, aber ich kann das selbst gar nicht definieren. Ich mag es, sozusagen zwischen verschiedenen Genres zu tanzen, und ich mache immer alles auf meine eigene Art. Mein Produzent Medasyn tickt genauso, daher funktioniert das mit uns beiden auch so gut. Und es klingt nie wie die Imitation von irgendetwas anderem.

Du bist diesmal nicht nur Rapperin, sondern singst ab sofort auch. Zum Beispiel über dein "zerpuzzletes" Herz oder auch: "If I could play guitar ...".
Das ist der Song, den ich am wenigsten mag. Ich weiß gar nicht, warum ich den auf das Album genommen habe. Er ist schlecht! Aber es geht auch darin viel um Frustration, und in der Tat wünsche ich mir einfach, Gitarre spielen zu können. Dann hätte ich noch mehr Möglichkeiten, mich auszudrücken. Es ist ähnlich wie beim Singen: Ich bin nicht die beste Sängerin, aber ich habe mein Selbstvertrauen gefunden, das zu tun. Es ist aufregend, die ganze Sache dadurch auf das nächste Level zu heben.

Was hat es denn mit dem Sample aus The Cures "Close To Me" im Song "So Human" auf sich?
Es war meine Idee, das zu machen. Ich mag den Cure-Song, und der Anfang schreit geradezu danach, gesamplet zu werden. Ich hasse es, Leute zu kopieren, aber ich mag es, verschiedene Dinge auszuprobieren. The Cure zu samplen war kein Problem für mich. Außerdem denke ich, dass ich da sehr gute Arbeit geleistet habe.

Dabei magst du Sampling generell doch nicht so.
Nicht wirklich. Meiner Meinung nach ist es immer noch am besten, mit eigener Musik um die Ecke zu kommen. Ich möchte nämlich, dass die Leute eines Tages mich samplen. Das wird bestimmt cool. Aber ich habe nichts gegen Cover-Versionen. Ich möchte gerne mal ein Punkrock-Coveralbum machen. Aber natürlich auf meine Art.

Lady Sovereign "Jigsaw" (CD // (Pop U-Lab / EMI)


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aus Intro #175 (September 2009)
 
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