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Hockey

Debütcheck

28.08.2009, 18:21, Text: Christian Steinbrink, Foto: Katharina Poblotzki

Sie stehen kurz vor ihrem Durchbruch als neue Tanzband der Indie-Massen: Hockey, diese unverschämt smarten Styler aus Portland. Neben ein paar übrig gebliebenen Brocken deutscher Sprache aus der Berliner Zeit des Bassisten Jerm ("Ein Bier, bitte!") offenbarten sie Christian Steinbrink auch Wissenswertes über ihr Debüt "Mind Chaos".

Euer Album ist sehr tanzbar. Ist euer Hauptziel, den Leuten eine gute Zeit zu bereiten?
Ben: Von Beginn an wollten wir vor allem eine gute Liveband sein, den Leuten Abende bereiten, die für sie ausgelassen und aufregend sind. Wir wollten mit temporeicher Musik Energie entstehen lassen, die die Leute sich selbst vergessen lässt. Wir wollten eine kollektive Erfahrung auf unseren Shows schaffen, etwas Positives, Stimmungsvolles.


Was für Leute kommen eigentlich zu euren Shows?
Anthony: Ehrlich: Wir kennen keine andere Band, die eine komplexere Fanstruktur hat als wir. Manchmal haben wir Pärchen um die 35, manchmal haben wir vor allem kleine Mädchen, manchmal Indie-Hipster.



Ihr habt eine Zeit lang in Spokane gelebt, einer wirklich kleinen Stadt. Wie war es da für eine aufstrebende Band wie euch?
B: Das war schon ganz anders als in Portland jetzt. Schon zwei Wochen, nachdem wir dorthin gezogen waren, standen wir in der Zeitung und wurden als Hoffnung der Stadt gefeiert. So etwas bedeutet aber letztendlich nichts. Selbst zu unseren Shows dort kamen deswegen nicht mehr Leute. Andererseits ist es dort so ruhig, dass man perfekt an seinen Songs und seiner Entwicklung arbeiten kann. Wir haben dort auch einen Großteil unseres Albums geschrieben.
Jerm: Es war insofern interessant, da wir dort viele Leute trafen, die ganz anders waren als wir. Aussteiger aus den großen Städten, Esoteriker, Einsiedler. Kaum Leute, die sich mit Popmusik beschäftigten. Von dort stammt auch die Idee für unseren Albumtitel. Er beschreibt einfach die Unendlichkeit der verschiedenen Lebensentwürfe, der Ansichten zum Geschehen auf der Welt, zur Religion und zur Existenz an sich. Für mich war es faszinierend, das zu erleben.

Ihr habt für eure Single "Learn To Lose" einen zweiten Videoclip gedreht. Wieso? Wobei ich es gut finde, ich mag den neuen Clip lieber.

A: Das geht uns auch so. Beim ersten hatten wir nicht wirklich etwas damit zu tun, und als wir ihn fertig sahen, waren wir ziemlich ernüchtert. Deshalb haben wir einem Bekannten 800 Dollar gegeben und mit ihm in seinem Wohnzimmer ein neues Video gedreht.
B: Der neue ist etwas alternativer, nicht so übers Ziel hinausgeschossen wie der erste. Als wir den sahen, lachten wir nur die ganze Zeit. All der Regen und dieses Feuerwerk, das war verrückt.
J: Für uns war das eine Lehrstunde. Wir haben gelernt, dass wir so weit wie möglich die Kontrolle behalten müssen, um zu verhindern, dass etwas passiert, das blöd oder unangenehm für uns ist.

 

Titel vom aktuellen Album "Mind Chaos" Probehören:

Hockey "Lern To Lose"

Hockey "Song Away"

Hockey "Too Fake"

 

Hockey - "Mind Chaos" (Capitol)

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aus Intro #175 (September 2009)
 
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