Ebony Bones

Im Interview: You've got the look 2

07.07.2009, 16:27, Text: Intro

Tropisch und melodramatisch und von somewhere over the rainbow. So sieht sich Ebony Bones aus London selbst. Die Wahrheit ist eigentlich sogar noch glamouröser. Zudem schneidert sie sich ihre Fantasie-Outfits gern mal selbst. Grund genug, ihr ein paar Fragen über Mode und mehr zu stellen.

Wer ist das bestangezogene Mitglied in deiner Band?
Geki, mein Gitarrist. Meistens ist er zwar halbnackt auf der Bühne, aber ich denke, ich spreche nicht nur für mich, wenn ich sage, die Welt hat noch längst nicht genug halbnackte Japaner on stage die Gitarre spielen sehen.


Wer braucht bei euch am längsten für die Frisur?
Mmh, das bin dann wohl ich. Aber zuletzt hat es nur noch genervt, horrende Summen zu zahlen, um mir Extensions reinzuflechten, die auf der Bühne dann doch wieder rausfielen. Ich bin also jetzt zu meinen Wurzeln zurück und pflege einen kleinen Afro.

Hast du jemanden aus dem Fashion-Business, auf den du abfährst?
Not really. Das meiste, was ich trage, mache ich selbst, und es kostet mich unterm Strich dann so viel wie eine große Pizza. Aber natürlich faszinieren mich Designer, die ungewöhnliche Herangehensweisen an Mode etablieren - wie zum Beispiel Vivienne Westwood, die sich ja auch alles selbst beigebracht hat. Oder Timothy J. Andrews, JoJo & Malou und Alison Gaukroger.

Schämst du dich für den Look, den du bei einem bestimmten Video oder Foto-Shooting aufgebracht hast?
Bis jetzt noch nicht - aber frag mich mal in ein paar Jahren ...

Mit welchem aktuellen Outfit wirkt man in zehn Jahren ganz sicher wie Karl Arsch vom Speicher?
In glänzenden American-Apparel-Leggins ...

Gibt es einen Unterschied zwischen dem Look, den du auf der Bühne raushaust, und wie du privat rumläufst?
Na, zu Hause will ich es natürlich nur besonders bequem haben, da bin ich nackt mit ein paar Socken. Das ist definitiv nicht mein Bühnenoutfit.

Und welchen Trend hältst du für einen absoluten Irrweg?
Ach, Trends kommen und gehen, das ist ja bekannt. Ich sehe mich mehr als Musikerin und interessiere mich vor allem dafür, in welcher Weise die Gesellschaft sich unterbewusst von den Medien beeinflussen lässt. Es ist doch so, dass alle wissen, dass Mainstream immer ein Stück weit scheiße ist, aber trotzdem niemand zu engagierten politischen Stücken tanzen möchte. Am Ende würde man sich ja vielleicht anhören wie Bono! Und daher versuche ich Songs zu produzieren, die sehr wohl von wichtigen Dingen handeln, ästhetisch aber so tun, als ginge es um gar nichts. U-Boot-Taktik.

Ebony Bones "Bone Of My Bones" (CD, Vinyl // Pias / Rough Trade)

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aus Intro #173 (Juli 2009)
 
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