Asher Roth
Im Interview: American Pie Rap
02.07.2009, 18:23, Text:
Martin Riemann
Andere Länder, andere Sensationen: Die amerikanische HipHop-Szene steht Kopf, weil ein weißer Rapper aus den Suburbs einen Hit über Drogengelage auf dem College gelandet hat. Los Asher, sag Martin Riemann mal schnell, was das soll!
Es ist überraschend, dass du scheinbar einer der ersten Rapper sein sollst, die aus einem Vorort stammen.
Allerdings. HipHop ist dort schon lange sehr beliebt, bei mir schon seit einer Dekade. Ich bin natürlich auch nicht der erste weiße Junge, der rappt, es hat aber immer noch einen gewissen Schockwert, wenn man weiß ist und aus einem Vorort kommt.
Auch textlich repräsentierst du die Mittelklasse.
Ich denke, es ist jetzt endlich der Punkt gekommen, an dem das Publikum sich mit den Raps identifizieren will. Und zu den ganzen Gangster-Themen hat einfach kaum jemand eine Beziehung. Wenn in dieser Hinsicht keine grundlegenden Veränderungen stattfinden, ist HipHop tot.
Du glaubst tatsächlich, dass die Zeiten von Gangsta-Rap vorbei sind?!
Die meisten haben diese Angebereien einfach satt. Wir erleben gerade eine schwere wirtschaftliche Krise, wir können nicht länger über Mord, Waffen und Drogen rappen. Ich sehe darin eine große Verantwortung. Rap ist so einflussreich, dass wir unseren Kindern nicht länger erlauben können, mit so was aufzuwachsen.
Laut deinem Hit "I Love College" sollen sie sich exzessiv zudröhnen.
Na klar!
Ein anderes Stück handelt davon, dass du dieselbe Weltsicht wie dein Vater teilst. So was höre ich gar nicht gerne!
Ich kann nur darüber reden, was ich kenne. Der Rap, durch den Scooter Braun auf mich aufmerksam wurde, handelt z. B. von meiner intakten Familie. Das war mal was Neues.
Siehst du dich da als Teil eines Trends?
Alle frischen Rapper, Leute wie Kid Cudi oder die Cool Kids, rappen über ihren Alltag. Wir wollen keine Scheinidentitäten mehr aufbauen.
Die Cool Kids orientieren sich am ursprünglichen HipHop. Deiner klingt Pop-orientiert, so wie wir es von Anfang dieser Dekade kennen.
Das liegt daran, dass ich auch immer andere Musik gehört habe. Bei uns wurden Motown und Rock'n'Roll gehört. Meine Mutter hat mir mal A Tribe Called Quest vorgespielt, den Rest musste ich erst selbst entdecken.
Asher Roth "Asleep In The Bread Aisle" (CD // Universal)
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