Billy Talent
Im Interview: "Jungs, leiser, hier sind doch Leute!"
24.06.2009, 15:08, Text:
Florian Weber, Foto: Sandra Stein
Fast zehn Jahre waren Billy Talent abseits ihrer Heimatstadt Toronto relativ erfolglos unterwegs, bis 2003 das Album "I" durch die Decke ging. Mit dem Nachfolger "II" gelang 2006 der Sprung von den Clubs in die Hallen. Wiederum drei Jahre später erscheint "III". Florian Weber traf die Band zur Albumvorstellung in Köln.
Ursprünglich hatte sich der Songwriter von Billy Talent, Gitarrist Ian D'Sa schon darauf vorbereitet, "Billy Talent III" im Alleingang zu produzieren. Die Band wollte eine Veränderung im Sound - und er traute sich zu, diese anzuleiten, immerhin hatte er schon beim letzten Album als Ko-Produzent agiert.
Dass es letztlich doch ganz anders kam, ist allerdings nicht nur Zufall, sondern kann schon als gesucht betrachtet werden: Die Band schickte (zwar ohne große Erwartungen, aber irgendwie dann doch) ein paar Demos an ausgewählte "A-Level-Producer", und Brendan O'Brien, der Mann ganz oben auf der Wunschliste, meldete sich zur Begeisterung der Band sofort, wie Schlagzeuger Aaron Solowoniuk, sonst eher ein zurückhaltendes Naturell, aufbrausend erzählt: "Wir konnten es zuerst gar nicht glauben, dass er wirklich mit uns arbeiten wollte. Es war wie im Traum. Er kam sofort nach Toronto, wir machten ein paar Vorproduktionen, er hatte tolle Ideen, brachte die Songs in Form, und dann ging's direkt ab nach L.A. zum Aufnehmen." Und Ian D'Sa ergänzt: "Er ist wahrscheinlich der wichtigste Produzent der 90er. Da bin ich natürlich ohne Probleme mit meinen Ambitionen zurückgerudert und habe mich nur um die Gitarren gekümmert. Im Studio hat er aus uns allen in kürzester Zeit das Optimum herausgeholt. Bei ihm dreht sich alles um den Moment."
Im ersten Eindruck ist "Billy Talent III" ein logischer Nachfolger von "I" und "II". Als auffälligste Entwicklung schlägt sich die Energie der Band mehr im Groove nieder als wie bisher in Sachen Tempo oder In-your-face-Attitüde.
Ian: Die ersten beiden Alben waren eher vom Punk inspiriert, "Billy Talent III" geht mehr in die Rock- und Grunge-Ecke.
Sind das eigentlich Synthies auf "White Sparrows"? Ist ja eher untypisch für euch.
Ian & Aaron [gleichzeitig]: Das ist ein Mellotron!
A: Da hörst du Brendan spielen. Er hat beim Mischen noch eine Reihe verschiedener Instrumente eingespielt, vor allem Percussion. Aber eben auch solche Sachen wie dieses Mellotron. Um ehrlich zu sein: Wir wussten zunächst nicht, was wir davon halten sollten, dass er ständig so viele neue Percussion- oder Keyboard-Linien hinzufügte. Aber es stellte sich schnell heraus, dass jede einzelne seiner Ideen den Song immer besser machte.
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Intro 24.06.2009 | 15:08:00
Fast zehn Jahre waren sie abseits ihrer Heimatstadt Toronto relativ erfolglos unterwegs, bis 2003 das Album "I" durch die Decke ging. Mit dem Nachfolger Jetzt erscheint das neue Album "III".
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