Cortney Tidwell
Im Interview: Grüße aus Nashville
09.06.2009, 18:15, Text:
linus volkmann
Als Singer/Songwriterin aus Nashville muss man längst nicht nur nach USA und Cowboyhut klingen. Cortney Tidwell macht zerbrechlichen Power-Indie mit der Faust vorm Gesicht und Glanz im Haar.
Was findest du richtig klasse an deiner Stadt?
Die Tatsache, dass einem an jeder Ecke super Musiker entgegenfallen. Außerdem ein toller Ort, um Instrumente zu bekommen und Platten aufzunehmen - Nashville ist voller Aufnahmestudios und Gitarrenläden.
Und was ziemlich mies?
Die Tatsache, dass einem an jeder anderen Ecke beschissene Musiker entgegenfallen.
Welches existierende Klischee über deine Stadt ist wahr / ist nicht wahr?
Es stimmt wohl, dass wir alle reden wie Figuren aus dem Südstaaten-Film "Beim Sterben ist jeder der Erste" ("Deliverance"). Also mit so einem fetten Akzent.
Gibt es eine No-Go-Area?
Zu den No-Go-Areas zählt die neue Grand Ole Opry - ein Schatten dessen, was sie einmal war. Aber das Ryman Auditorium ist immer noch die Mutterbrust der Countrymusik - und ich werde es immer lieben.
Was ist der beste Club ...?
Springwater steht mir sehr nahe. Mehr in Grunge kann man in der ganzen Stadt nicht eintauchen - ist aber trotzdem toll. Ich konnte mich dort lange Zeit ausprobieren, bis heute mache ich das eigentlich dort. Jeder Indie-Act, der nicht ganz am Ende ist, landete letztlich mit einem Gig im Springwater.
Was das netteste Restaurant ...?
Wenn's um mexikanisch geht, dann La Hacienda. Mexikanisches Essen ist in Nashville unglaublich gut. Ich mag aber auch Fleisch. Südstaaten-Küche bei Monells an einem Sonntagmorgen - einfach nicht zu schlagen.
Was für ein Souvenir deiner Stadt würdest du einem Freund aus Nashville mitbringen?
Eins der Schnapsgläser mit den gekreuzten Gitarren drauf - oder gleich eine Gitarre.
Was gibt es über den Fußballverein deiner Stadt zu sagen?
Ihr meint wohl Football: Tennessee Titans rule! Wir schaffen nächstes Jahr den Superbowl, ich spüre es. Wir haben mit Jeff Fisher immerhin den besten Coach der gesamten NFL!
Welchen Künstler aus deiner Stadt findest du richtig gut?
Johnny Cash, Kurt Wagner und Kris Kristofferson. Solche großen Songwriter kommen alle aus so einer kleinen Stadt! Diese Stadt ist einfach eine Inspiration, nicht nur wegen der Cowboyhüte. Nashville hat Soul.
Cortney Tidwell "Boys" (CD // City Slang / Universal / VÖ 26.06.)
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