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MIKROBOY

Im Interview: Sensible Hools

03.06.2009, 18:48, Text: Hela Gori

Mikroboy, das ist die Band von Michael Lüdes aus Mannheim, die sich diesem gewissen Coming-of-age-Hamburg-Sound zwischen Electro und Kettcar verschrieben hat. Mit so einer Behauptung kommt man ein paar Meter lang durch. Im Gespräch mit einem der Mikroboys erfährt man sehr schnell, dass alles doch nicht ganz so einfach ist. Dafür aber spannender ...

Bei der Instrumentierung fällt auf, dass es keinen festgelegten Bandklang gibt - neben classic Gitarrenmomenten steht im nächsten Song gern auch mal milderer Bratze-Electro. Wie entscheidet ihr, welcher Song wie klingen soll?


Das ist eigentlich keine bewusste Entscheidung, mal steht am Anfang eines Songs ein Beat, mal eine Sequenzerlinie und mal eben ein Gitarrenriff. Je nachdem, wie es gerade fließt. Abgesehen davon ist es auch so, dass das Album aus Songs verschiedener Zeitabschnitte besteht. Ursprünglich fing die ganze Mikrokiste ja als elektronisches Soloprojekt von Michi an. Die älteren Songs waren also erst einmal rein elektronische Nummern, die wir dann später als Band umgesetzt haben. Die neuen Songs schreibt Michi jetzt bereits mit dem Bandkontext im Hinterkopf.

Wie weit ist Mikroboy eigentlich eine One-Man-Show, wie weit eine Band?
Was das Songwriting angeht, so macht Michi das alleine. Im Proberaum setzen wir seine Demos dann gemeinsam zusammen, so werden sie zu Band-Songs. Die Songs, die es auf Platte und ins Liveprogramm schaffen, sind also definitiv ein Produkt von allen und von der Energie, die jeder reinbuttert. Auch rechtlich sind wir eine GbR, in der jeder das Gleiche bekommt und auch die gleichen Rechte hat.

Für junge Bands gibt es ja eigentlich zwei Wege: einmal die brave Ochsentour der Bandwettbewerbe oder einfach erst mal nur für sich live und im Netz powern und hoffen, dass es überschwappt. Was sind eure Erfahrungen da bis jetzt? Immerhin hat es bereits zum Plattenvertrag gereicht.
Wir haben anfangs mal an Wettbewerben teilgenommen, haben dann aber schnell gemerkt, dass man, ohne Stunden im Internet zu verbringen oder sich Busweise Fans einzuladen, nicht wirklich auf einen grünen Zweig kommt. Also haben wir's gelassen und die Zeit lieber ins Musikmachen investiert. Wir haben das Glück, dass unser Manager gleichzeitig ein ziemlich guter Booker ist, und so haben wir 2007 und 2008 schon weit über 100 Konzerte gespielt, das hat uns persönlich im Endeffekt wohl mehr gebracht, als Fake-Fan-Accounts im Internet anzulegen.


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aus Intro #172 (Juni 2009)
 
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