Grizzly Bear - Im Interview: Keine Lieder über Disney Artikelbild (groß)

Grizzly Bear

Im Interview: Keine Lieder über Disney

20.05.2009, 16:40, Text: Mario Lasar, Foto: Gene Glover

Das mit einhelliger Vorfreude erwartete neue Grizzly-Bear-Album "Veckatimest" ist ca. anderthalb Mal so poppig und zugänglich wie der Vorgänger "Yellow House". Die Fleet Foxes sprechen bereits vom "Album des Jahrzehnts". Self-Fulfilling-Prophecy-Support by Mario Lasar.

Nach dem Erscheinen des nur von Sänger und Multiinstrumentalist Ed Droste und Schlagzeuger Christopher Bear eingespielten "Horn Of Plenty" 2004 wurden Grizzly Bear verstärkt durch Daniel Rossen und Chris Taylor.


Zu viert spielte man Konzerte, die von endlosen Improvisationen und Drones dominiert wurden, wobei sich die vom Lampenfieber geplagte Band dadurch hervortat, sich so gut es ging vor ihrem Publikum zu verstecken. Heute touren Grizzly Bear mit Radiohead, treten mit städtischen Symphonieorchestern auf und werden von Paul Simon hofiert.

Zwischen den amateurhaften Konzerten der Anfangszeit und dem heutigen Status der vier New Yorker liegt das 2006er-Album "Yellow House", das eine Band dokumentiert, deren sich zwischen Ausbruch und Innehalten bewegende Formensprache scheinbar einen gewissen kollektiven Nerv trifft. Fein ziseliertes, vom Folk informiertes Fingerpicking wechselt sich ab mit breitflächigen Schraffuren, den Rudimenten der einstigen Drone-Passion. Dazwischen schafft die Band Platz für einen Song wie "Knife", der klingt, als würden Animal Collective einen Brill-Building-Popsong aus der Feder von Gerry Goffin und Carole King covern. Auf "Veckatimest" setzt sich die Grizzly-Bear'sche Auslegung von Teenpop weiter durch und erreicht einen Höhepunkt in "Cheerleader", das von nachfedernden Bässen, mächtigem Schlagzeug und Phil Spectors Wall Of Sound bestimmt wird. Ed Droste: "Es ist schwer zu sagen, was uns beeinflusst hat. Ich fand es sehr inspirierend, als Daniel uns vorschlug, den Crystals-Song 'You Hit Me' zu covern [auf der 'Friends'-EP]. Das hat mich dazu gebracht, mich stärker mit den Girlgroups aus den 60ern zu befassen, und diese Art Musik war bestimmt ein großer Einfluss für das neue Album."



Chris Taylor, zuständig für Bass, Holzblasinstrumente und Produktion, gibt an, Schwierigkeiten damit zu haben, sich auf konkrete Einflüsse festzulegen, zumal die diesbezüglichen Meinungen innerhalb der Band divergierten. Während Daniel Rossen glaube, Grizzly Bear klängen nach Van Dyke Parks, sieht Chris Taylor eher Gemeinsamkeiten mit zeitgenössischen Bands wie Beach House (deren Sängerin Victoria Legrand übrigens auf dem Grizzly-Bear-Song "Two Weeks" zu hören ist) und Dirty Projectors. Ohne von einem direkten Einfluss sprechen zu wollen, schwärmt Ed Droste außerdem vom Phoenix-Stück "Lisztomania" (vom neuen Album "Wolfgang Amadeus Phoenix"): "Wenn man Radio-Pop machen möchte, sollte er so klingen."




1 | 2 | ... weiterlesen »



Artikel kommentieren
aus Intro #172 (Juni 2009)
 
  • Mehr Infos

  •  
Grizzly Bear, Veckatimest
Intro.de Künstlerseite von Grizzly Bear
Alle Artikel von Mario Lasar
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
  • MEIST GEKLICKT

  •  
 
Anzeige
 

INTRO-TV

K.I.Z. schauen fern - Videocheck beim splash: Von Klaus Kinski bis Fritz Lang

K.I.Z. schauen fern

Videocheck beim splash: Von Klaus Kinski bis Fritz Lang
... mehr

 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]

 

Gruppen


Festival Theaterformen 2009

Festival Theaterformen 2009

Informationen zum Festival Theaterformen in Hannover 2009 - mit vielen Parties und Konzerten

» Mehr Gruppen