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Junior Boys

Im Interview: Zwischen Coolness und (Style-) Verbrechen

28.04.2009, 15:38, Text: arno raffeiner, Foto: Arne Sattler

Die Klavierakkorde tanzen wie verrückt, Schlagzeug-Beats tupfen als wilde Farbflecken dazwischen, und im romantischen Mittelteil glühen kleine Sternchen auf dem Bildschirm.

Es ist fast unheimlich, wie perfekt Bild und Ton in "Begone Dull Care", einem Animationsfilm von 1949, synchronisiert wurden. Dem kanadischen Animator Norman McLaren gelang es, den Jazz des Oscar Peterson Trio quasi direkt auf 35-mm-Film zu malen.


Die Junior Boys aus Hamilton, Ontario haben ihr drittes Album nun nach McLarens Film benannt. Einmal mehr geht es Jeremy Greenspan und Matt Didemus dabei darum, glamouröse Synthie-Pop-Klänge mit Gefühlen zu synchronisieren. Was wieder hervorragend klappt, auch wenn die beiden diesmal laut unserem Autor Arno Raffeiner nicht mit dicken Strichen direkt auf die Leinwand pinseln, sondern es lieber langsam und leise angehen.



Ihr seid eher die regular guys und nicht so die Simon-Le-Bon-Typen. Glaubt ihr, manche Leute sind bei euren Konzerten deswegen ein wenig verwirrt?
MD: Wir achten sehr darauf, wie Dinge klingen, auf die Atmosphäre und die Klangästhetik von jedem einzelnen Detail, von den Synthesizern bis zur Stimme. Das ist uns beiden sehr wichtig. Wenn unsere Musik manchmal ein wenig stilisiert oder designt wirkt, dann aufgrund dieses Interesses und nicht etwa, weil wir versuchen, so zu tun, als wären wir die coolsten Typen.
JG: Wir hören selbst viel R'n'B und Soul. Immer, wenn diese Art von Sinnlichkeit in der Musik ins Spiel kommt, denken viele Leute vielleicht, das hätte mit irgendeiner Affektiertheit zu tun. Dagegen entsteht das bei uns nur aus aufrichtiger Liebe zu solchen Musikstilen.

Apropos Style: Welche Style-Verbrechen habt ihr euch zuschulden kommen lassen?
MD: Hoffentlich nicht zu viele. Aber mit acht Jahren hatte ich einen fetten Vokuhila, was jetzt ja aus Ironie wieder modern geworden ist. Und in der 9. habe ich für das Klassenfoto im Jahrbuch so ein afrikanisches Hemd getragen. Das war damals sehr uncool.


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aus Intro #171 (Mai 2009)
 
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