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Phoenix

Im Interview: Galgenvögel

21.04.2009, 18:18, Text: Dana Bönisch, Foto: Christoph Voy

Der Titel leuchtet so dreist wie Las Vegas: "Wolfgang Amadeus Phoenix" - für ein großartiges ästhetisches Verbrechen hält ihn die teilweise gleichnamige Band. Die vier freundlichen Franzosen haben kein Album zur Zeit gemacht, sondern ein Album gegen die Zeit: Während die Welt sich in der Krise suhlt, sind Phoenix an einem ganz anderen Ort. Dana Bönisch (Text) und Christoph Voy (Fotos) waren kurz mit.

Bitte überlegen, wie eine Geschichte aussehen würde, in der folgende Begriffe vorkommen: Liszt. 1901. Zäune. Liebe. Sonnenuntergang. Lasso. Rom. Countdown. Girlfriend. Waffenstillstand. Was für ein Drama! Außerdem ein Mash-up aus Western, Historiendrama und "La Boum", voller Metaphorik von Liebe und Krieg - was am Ende ja meistens das Gleiche ist. Und was für ein Licht. "Unsere Alben funktionieren tatsächlich ein bisschen wie ein Roman", sagt Thomas Mars zur zitierten Trackliste.


"Wir wollen eine Dramaturgie, deshalb ist auch die Reihenfolge der Songs sehr wichtig." - "Dabei ist nicht alles direkt zu übersetzen, der Titel zum Beispiel hat gar nicht so viel mit Mozart selbst zu tun, sondern ist eher der Bezug auf eine Größenordnung", fügt Gitarrist Branco hinzu - und freut sich: "Diesen Namen zu klauen war total unverschämt. Ein Akt des Vandalismus." Eigentlich sollte Sofia Coppola, mit der Thomas Mars ein Kind hat, hier gar nicht so Gala-mäßig vorkommen, aber tatsächlich erinnert diese Art von Bezugssystem an ihre Filmsprache in "Marie Antoinette": Neon, Rokoko und Converse. Auch der Song "Lisztomania" ist keine Referenz an klassische Musik: "Bei Liszt geht es einfach darum, dass er der Popstar seiner Zeit war. Andere Musiker mochten ihn nicht und sahen auf ihn herab, und das nur, weil er alle Mädchen bekam. Es gefällt uns, wie Geschichte eigentlich gar nicht existiert, es passiert immer das Gleiche."




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aus Intro #171 (Mai 2009)
 
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  • User: Intro
  • Intro 21.04.2009 | 18:18:00

    Der Titel leuchtet so dreist wie Las Vegas: "Wolfgang Amadeus Phoenix" - für ein großartiges ästhetisches Verbrechen hält ihn die teilweise gleichnamige Band.

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