The Juan MacLean
Im Interview: Zurück in die Zukunft
19.03.2009, 11:19, Text:
Sebastian Ingenhoff, Foto: Sibylle Fendt
[3 Kommentare]
Unter dem Namen The Juan MacLean veröffentlicht der ehemalige Six-Finger-Satellite-Gitarrist John McLean seit Jahren konstant gute Postdisco-Platten auf Tim Goldsworthys und James Murphys DFA-Label. Sein neues Album "The Future Will Come" hingegen zeigt sich eher inspiriert von klassischem Synthiepop. Sebastian Ingenhoff traf den Menschen hinter den Tasten in Berlin.
Die DFA-Geschichte begann vor bald acht Jahren mit The Raptures "House Of Jealous Lovers", einem Song, der das Postpunk-Revival mit viel Aplomb und Kuhglockengebimmel auf den Weg brachte. Kurze Zeit später folgte die Single "By The Time I Get To Venus" von The Juan MacLean. Das auf einem Herbie-Hancock-Sample basierende Discostück war - mehr noch als die tendenziell rockigeren Rapture - eine Blaupause für den aus dem New Yorker Disco-Underground und frühen House-Produktionen seine Inspiration ziehenden DFA-Sound, den das Duo Goldsworthy/Murphy samt Crew in den Folgejahren perfektionieren sollte.
Im Gegensatz zu Hot Chip, LCD Soundsystem oder unlängst Hercules And Love Affair konnte der New Yorker John McLean jedoch nie übermäßig aus seiner Zugehörigkeit zur Discofabrik Kapital schlagen. Sein Debütalbum "Less Than Human", für dessen Produktion er nach der Maxi ganze drei Jahre benötigte, ging unter - zumindest, wenn man die Verkaufszahlen der oben genannten Bands als Maßstab nimmt. Eigentlich seltsam, denn "Give Me Every Little Thing" hatte mit seinem knarzenden Bass und dem hysterischen Gesang fast schon E.S.G.-Appeal.
Unvergessen auch das an Frankie Knuckles "The Whistle Song" angelehnte "Love Is In The Air", dessen Hitpotenzial vor allem durch den auf der Single-B-Seite enthaltenen Chicagohouse-Remix offengelegt wurde. Das Album bewegte sich irgendwo zwischen den Koordinaten House, Disco, Krautrock, klassischem Electro und Postpunk, Letzteres eher im Sinne von Devo als Gang Of Four. Martin Büsser monierte seinerzeit im Intro den kühlen Retrofuturismus McLeans. Sein Fazit: "Less Than Human" klänge nicht nach der Metropole New York, sondern eher nach der Filmstadt Brazil.
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McKinski 19.04.2009 | 11:41:00
Voll kleinlich, aber The Juan MacLean schreiben sich mit „a“, oder?
mtrbrt 19.04.2009 | 22:18:53
die geschichte ohne o
yep.
lucktrone 20.04.2009 | 09:40:10
summer fever!
ich bin schon sehr gepannt, und erwarte was gutes.
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