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Fever Ray

Im Interview: Wenn der Himmel grollt

19.03.2009, 11:12, Text: Sandra Grether
[2 Kommentare]

Karin Dreijer Anderson ist Fever Ray. Vor allem aber ist sie bislang die eine Hälfte der Avantgardepopband The Knife, die hinter Rabenmasken, Ganzkörperbemalungen und Mäusekostümen weltweit für Furore gesorgt hat. Sandra Grether traf die Schwedin nun anlässlich ihres Soloprojekts, um über selbiges, das Kinderkriegen und vor allem die modisch-visuellen Aspekte ihrer Projekte zu sprechen.

"Du zeigst mehr Gesicht auf dem Albumcover deines Soloprojekts Fever Ray als in Artwork und Videos deiner Band The Knife", sage ich zu Beginn unseres Gesprächs zu Karin Dreijer Anderson. Gemeinsam begutachten wir dabei das nach ihrem Abbild gemalte Schwarz-Weiß-Porträt einer gefährlich wirkenden Lady. Die schwedische Pop-Sängerin gibt sich entsetzt, als hätte sie die Zeichnung nie zuvor gesehen: "Das bin ich nicht, diese Frau."


"Diese Frau" ist aber auch nicht einfach die neueste Verkleidung der Anderson. Sie ist vielmehr ein Zwischending aus Horror-affiner Maskerade und exzentrischer Neuerfindung, trägt deutlich die Gesichtszüge der Musikerin, mit einer Mimik allerdings, von der die sich eilfertig distanziert: Das Bildnis, das so viel Grusel bei ihr auslöst, wendet ein grimmiges Lächeln nach innen. "Diese Frau" schaut ein fiktives Gegenüber an - einen Baum vielleicht? Blatt- und Blütenknospen jedenfalls spiegeln sich in ihrer riesigen Sonnenbrille. Als wäre sie ein Monster, das nach außen nicht sehen kann. Oder zu viel sieht. Krallenartige Finger, wüste Naturlandschaft, der Himmel grollt.

 

Karin Dreijer Anderson, die besagtes Maskerade-Cover in Auftrag gegeben hat, wirkt dennoch heiter an diesem Interviewtag; ist konzentriert, nett und gänzlich ungeschminkt. In unauffällige hell-schwarze Jeans und einen schwarzen Sweater gekleidet, das lange blonde Haar zurückgekämmt, hat sie nicht gerade die Aura einer morbiden Gruftgöttin. Unruhig zeigt sie erneut auf das Albumcover: "Und ich wohne hier nicht, in diesen Häusern." Schon klar. Diese abgründigen Welten werden nur von Fever Ray, ihrem neuesten Alter Ego, bewohnt. Wobei Fever Ray weniger ein Mensch ist als "eine psychische Verfassung". Eine Ästhetik wie in Charles Burns-Comics sei die Vorgabe für den Grafiker gewesen. "Der malt sonst sehr schöne Schwarz-Weiß-Bilder von Skateboards, und ich dachte, der ist genau der Richtige, mein Cover zu gestalten", erzählt sie. Licht und Schatten, prägnant schraffiert, illustrieren gleichermaßen Horror wie Hoffnung.



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aus Intro #170 (April 2009)
 
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  • User: unravel_85
  • unravel_85 31.03.2009 | 11:36:11

    ???könnt ihr bitte meinen nickname aus dem zitat nehmen !!!...das hat ein anderer user geschrieben, denn ich find das album grandios....

  • User: labr
  • labr 31.03.2009 | 11:55:53
    obey!
    Stimmt, das war ich - aber das wollte(n) sie nicht schreiben ...

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