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Tanzen

mit Coma

18.03.2009, 10:08, Text: Markus Tomsche, Thomas Venker

Marius Bubat und Georg Conrad sind nicht gerade die üblichen Verdächtigen in der "Tanzen"-Rubrik. Zumindest nicht nach aktuellen Maßstäben. Mit ihrem individuellen Musiksozialisationsweg von Indierock hin zur elektronischen Musik stehen sie für einen Typus, der den Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert geprägt hat, zuletzt aber vom Techno- und House-Purismus wieder abgelöst wurde.

Aber so gut, wie das der Clubkultur damals tat, so gerne nehmen wir diesen Weg auch heute wieder mit - ist eh der beste, wenn man uns fragt. In Fall Coma müssen Erlend Øye (The Whitest Boy Alive, Kings Of Convenience) Props gegeben werden, den die beiden als ihren großen Verführer hin zum Techno-Pop bezeichnen.


Mittlerweile sind sie bereits drei Maxis tief im Kölner Sound angekommen - wobei sie jenen angenehm aufgeregt durch Nu-Rave-Momente zu beleben wissen. Die aktuelle 3-Track-EP "Choices" erscheint, wie schon das Debüt "Easy", bei Firm (Kompakt), wurde gemeinsam mit Tamer Fahri Özgenenc (MIT) produziert und führt mit Cynthia Scholten eine tolle Sängerin ein (vor Kurzem erschien zudem auf Dogtown eine "Blue" betitelte EP). Und diesmal diggen auch wir Blinden von "Tanzen", die das Debüt nicht angemessen zu feiern wussten, was hier an laszivem Knister-Techno aufgefahren wird. Und wir sind beeindruckt von dem Wissen, wie man Gefühle spielerisch wecken kann, vor allem, da sie es nicht beim Teasen belassen, sondern diesen auch freien Lauf lassen.

Wenn man Coma sagt, dann muss man auch MIT und Dillon sagen, zumindest kommt mir das so vor. Seht ihr das ähnlich?
G: Das ist schon im weitesten Sinne eine Musikerfamilie. Zumal der Marius bei den MIT-Konzerten auch die Livetechnik macht. Wir haben mit Dillon auch mal ein Feature gemacht, das bei MySpace online ist, "Aiming For Destruction".
M: Wir haben den Gesang für ihre neueren Sachen bei uns im Studio mit Tamer aufgenommen, wobei wir da weniger Einfluss hatten, wir stellten die Technik.

Tobias Thomas spricht in seinem Info zur EP davon, dass ihr "in bester rheinischer Tradition Pop und Rave, Techno und Rock auf eine ganz eigene elegante und subtile Art" kombiniert. Und weiter: "Coma sind Nu-Rave und Oldschool-Techno, Achtziger-Pop und Nuller-Moderne in innigster Umarmung." Wie wichtig ist die lokale Szene für eure Soundfindung?

G: Die Stadt hat einen gehörigen Einfluss auf das, was wir machen. Wir kommen ja aus dem Indierock-Background, und da haben uns die Partys schon geprägt. Dadurch, dass wir zu Partys gingen, wurden wir inspiriert.
M: Wir haben uns übrigens vorgenommen, nicht öfter als dreimal im Jahr in Köln zu spielen, um es nicht zu überreißen mit unserer Präsenz.

Okay, lasst uns Platten hören.



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