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Malajube

Im Interview: Progrock & Chanson

18.03.2009, 10:00, Text: Alexander Jürgs, Foto: Pascale Boisclair

"Ohne das Internet wären wir nichts", erzählt Mathieu Cournoyer, Bassist der frankokanadischen Indieband Malajube, eine mittlerweile fast schon alltägliche Geschichte. Und tatsächlich würden die Band ohne Blog-zu-Blog-Propaganda und File-Sharing in Europa wohl eine ganze Menge weniger Leute kennen. "Trompe L'Oeil", das zweite Album der Band, wurde im Netz heiß diskutiert und gefeiert, lange bevor es bei uns in CD-Form zu kaufen war.

Nun also kommt der Nachfolger "Labyrinthes".

Und wieder verzaubern Malajube mit höchst schrägen und dabei enorm vergnüglichen Songwriter-Eskapaden, postmodern zu nennen im besten Wortsinn. Hymnischer Gesang, Arrangeurkapriolen und unzählige Tempowechsel machen die Platte zu einem funkelnden Stück Pop. "Unsere Songs sind so vielfältig, weil wir vier gänzlich unterschiedliche Charaktere sind", sagt Cournoyer. "Wir schreiben die Stücke gemeinsam und arbeiten daran, dass am Ende jeder damit zufrieden ist. Deswegen kann sich ein Song auch einmal in der Mitte komplett wandeln." Musikalische Einflüsse will er nicht nennen - oder kann es nicht, weil es so viele und so viele unterschiedliche sind. "Es gibt aber eine Handvoll Bands, auf die wir uns alle einigen können: Paul McCartney & The Wings, Supertramp und Mars Volta." Besser könnte man die Musik der Band kaum beschreiben. Auf ihrer MySpace-Seite bezeichnen Malajube ihren Stil als Mischung aus Progrock und Chanson ("ein Scherz", wie Cournoyer versichert).



Malajube stammen aus Montreal, dem größtenteils französischsprachigen Zentrum der Provinz Québec. Der Ort ist ein Tummelplatz der kanadischen Indierockszene: Final Fantasy, Arcade Fire, Stars, Wolf Parade oder Godspeed You! Black Emperor sind nur einige Kinder dieser Stadt. "Montreal ist ein Paradies für junge Bands", sagt Cournoyer. "Es gibt unendlich viele Orte für Konzerte, jeden Abend spielt irgendwo eine andere Band. Immer mehr Musiker ziehen in die Stadt, auch Metal- und Countrybands. Das gefällt mir: dass es keinen typischen Montreal-Sound gibt."

Düstere Themen beherrschen die Stücke von Malajube: Vom Tod und von Krankheiten erzählen die Kanadier. Verstehen können das die wenigsten, denn Malajube singen auf Französisch. "Die allerersten Songs, die wir vor sechs, sieben Jahren aufgenommen haben, waren noch in Englisch", erklärt Cournoyer, "aber das war Unsinn: In einer fremden Sprache können wir niemals ausdrücken, was uns wirklich bewegt. Wir hätten genauso gut versuchen können, auf Deutsch zu singen, dann hätten wir dabei wenigstens etwas gelernt."

Termine Malajube
13.05.2009 Köln, Gebäude 9 » Details | Merken | Anreise
22.05.2009 Wien, B72 » Details | Merken | Anreise
24.05.2009 München, Orangehouse » Details | Merken | Anreise
26.05.2009 Münster, Gleis 22 » Details | Merken | Anreise
27.05.2009 Berlin, Magnet Club » Details | Merken | Anreise
28.05.2009 Nürnberg, Muz-Club » Details | Merken | Anreise
29.05.2009 Frankfurt / Main, Zoom » Details | Merken | Anreise
30.05.2009 Karlsruhe, Jubez » Details | Merken | Anreise



Wir verlosen dreimal das neue Malajube-Album "Labyrinthes" auf CD, das am 27.02.09 erschienen ist! Wer gewinnen will, schreibt eine E-Mail mit seiner Anschrift an verlosung@intro.de! Einsendeschluss ist der 20.04.09!

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aus Intro #170 (April 2009)
 
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